Reych Nr. 276

Grimm, Jacob und Wilhelm

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Grimm, Jacob Prof.
Titel: Hildebrand
Reych: Nr. 276 Zu den Gyssen (Gießen)
Geb.: 24.02.1786 in Hanau
Gest.: 16.12.1859 in Berlin

Volltext

deutscher Philologe und Schriftsteller Grimm, Wilhelm Prof 051 Chasalla (Kassel) 248 Athenae Gottingenses (Göttingen) 276 Zu den Gyssen (Gießen deutscher Germanist, Schriftsteller und Dichter Wie Hildebrand und Hadubrand, die beiden Helden des Hildebrandliedes, dessen Fragmente in Kassel als besonderer Schatz verwahrt werden, in einem Atem genannt werden, spricht man landläufig von Jacob und Wilhelm Grimm. Eine erläuterte Faksimileausgabe wurde von den Grimms erarbeitet und 1830 von Wilhelm herausgebracht. In früher Jugend kommen die beiden nach Kassel. Die Stadt und ihre Umgebung werden ihre Heimat. Hier arbeiten sie in der „Stillen einer scheinbar idyllischen Landgrafschaft, dann eines Titular- Kurfürstentums von Napoleons Gnaden. Doch der engstirnige Landesvater hat kein Gespür für das, was da in der Stille in seinem Lande reift und äußert sich recht ungnädig über die beiden Gelehrten und ihre Arbeit. Es ist nun rührend zu lesen, wenn Jakob nach der Berufung an die Universität Göttingen 1830 trotzdem schreibt: „Die hiesige Lebensart will mir nicht recht schmecken. In Kassel war vom Kurfürsten abgesehen alles für unsere Natur und Arbeite günstiger. Es sieht mich hier fremd an aus allen Gassen und ich möchte manchmal auf und davon." So ist es auch nicht verwunderlich, wenn das Thema von Jacobs Antrittsvorlesung lautet: „De desiderio patriae" - vom Heimweh. Er legt in dieser Vorlesung dar, wie sehr die Muttersprache den Menschen mit seiner Heimat verbindet. Die Sprache, das Medium zur Erfassung der Welt als Idee und Wirklichkeit. Bezeichnend für das Verhältnis der Brüder zur Sprache ist, dass neben streng sprachwissenschaftlicher Arbeit - mit seiner „deutschen Grammatik" begründet Jacob die historisch-germanische Sprachforschung – und neben dem gewaltigen Unternehmen der Herausgabe des „Deutschen Wörterbuches" ab 1830, vor allem die Edition zahlreicher Texte aus altdeutscher Zeit steht. ES Romanzero (Heinrich Heine) nennt einmal die Grimmsche deutsche Grammatik einen gotischen Dom, worin alle germanischen Völker ihre Stimme erheben wie Riesenchöre, jedes in seinem Dialekte. Welche Sprachkünstler die Grimms aber sind, haben wir alle gespürt, die wir uns irgendwann einmal von den Kinder- und Hausmärchen, ihrem Geschenk an die gesamte Menschheit, verzaubern ließen. Klang, Form und Inhalt der Märchen zeugen von größter poetischer Meisterschaft und einer Begeisterung, die aus reinem Herzen kommt. Wenn im Spiegel festgelegt ist „die Sprache in Allschlaraffia ist deutsch", so stehen wir Schlaraffen in der Tradition der Brüder Grimm. In der Einleitung zu der Sammlung „Die deutschen Sagen" heißt es beispielsweise: „Wir empfehlen unser Buch den Liebhabern deutscher Poesie, Geschichte und Sprache." Damit dürfen wir Schlaraffen uns angesprochen fühlen. In der genannten Sammlung finden sich neben lokalen Sagen aus Hessen und Thüringen vor allem der Sagenkreis um Wilhelm Tell, Luzerner Sagen, Sagen aus Kärnten und Tirol, aus Böhmen, Sagen aus der Völkerwanderung lesen wir, ja selbst die Stimmen einiger schon bei Caesar erwähnten Stämme, der Sueben, Usipeter, Semnonen, werden laut. Und als bedürfe die Beschäftigung mit den Sagen noch einer Rechtfertigung, lesen wir in der Vorrede zu der genannten Sammlung „Um alles menschlichen Sinnen Ungewöhnliche, das die Natur eines Landstrichs besitzt, oder wessen ihn die Geschichte gemahnt, sammelt sich ein Duft von Sage und Lied. Aus dem Zusammenleben und Zusammenwohnen mit Felsen, Seen, Bäumen und Pflanzen entspringt bald eine Art von Verbindung, die sich auf die Eigentümlichkeit jedes dieser Gegenstände gründet und zu gewissen Stunden ihre Wunder zu vernehmen berechtigt ist. Ohne diese sie begleitende Poesie müssten die Völker vertrauern und vergehen." (Text: Rt. Mentor (51)) Werke der Gebrüder Grimm: Jacob Grimm: Deutsche Reichsaltertümer, Deutsche Mythologie, Geschichte der deutschen Sprache, Deutsche Grammatik. Wilhelm Grimm: Grave Rudolf, Freidank, Rosengarten, Rolandslied, Goldene Schmiede, Sylvester Konrads von Würzburg, Athis und Prophilias, Altdeutsche Gespräche, Hildebrandslied. Gemeinsam mit seinem Bruder gab er außer den Kinder- und Hausmärchen noch Altdeutsche Wälder, Deutsche Sagen und irische Elfenmärchen heraus. Das gemeinschaftlich begonnene Wörterbuch bestand 1863 aus 32 Bänden mit 70.000 Spalten auf 35.000 Druckseiten und zählte 80 Mitarbeiter. Wahre Episode: 1859 ging ein achtjähriges Mädchen zu den Brüdern Grimm, weil sie das Märchen „Das kluge Schneiderlein" nicht ganz glauben wollte und bekam von jedem einen Thaler.
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt