Reych Nr. 231

Hyrtl, Joseph von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hyrtl, Joseph von Prof. Dr.
Titel: Cranium
Reych: Nr. 231 Ferrostadia (Eisenstadt)
Geb.: 07.12.1810 in Eisenstadt
Gest.: 17.07.1894 in Perchtoldsdorf

Volltext

österreichischer Arzt und Anatom Einer aus der Reihe jener großen Söhne des Burgenlandes, die sich auf dem Gebiet der Wissenschaft unvergänglichen, weltweiten Ruhm erworben haben, ist der Anatom Professor Dr. Joseph Hyrtl, dem nicht nur die Stadt Eisenstadt, sondern auch die Universität Wien ein Denkmal errichtet hat. Sein Vater Jakob Hyrtl wirkte im Orchester des Dr. h. C. Joseph Haydn als Oboist, trat aber bereits 1813 aus dem Esterhazyschen Orchester aus, zog mit seiner Familie nach Wien, um seine Kinder dort erziehen lassen zu können. Auch der junge Joseph Hyrtl begann seinen Lebenslauf als Musiker und wirkte in der Hofkapelle des Kaisers mit, studierte dann Medizin an der Universität Wien und promovierte 1835 zum Doktor der Medizin. Schon 1837 wurde er nach Prag und 1845 nach Wien als Professor der Medizin berufen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten betrafen vornehmlich die Anatomie des Gehörganges, verschiedene Gebiete der feineren Gefäßlehre und der vergleichenden Anatomie. Sein „Lehrbuch der Anatomie des Menschen" und „Das Handbuch der topographischen Anatomie" fanden weiteste Verbreitung. Das Museum für vergleichende Anatomie in Wien wurde ebenfalls von ihm gegründet. 1847 wurde er Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1873 auch Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Viele wissenschaftlichen Vereinigungen wählten ihn zum Ehrenmitglied. Die Akademie der Wissenschaften zu Paris zeichnete ihn 1861 in Anerkennung seiner Studien über Anatomie und vergleichende Anatomie mit dem ersten Preis aus. In den letzten Jahren seines Lebens stiftete er sechs Stipendien für arme Studenten zu je 300 Gulden. Für 140 arme Waisenkinder ließ er in Mödling ein Waisenhaus erbauen. Nach entsprechender Versorgung seiner Gemahlin, der Dichterin Auguste Gaffron, die ihm auch hilfreiche Assistentin war und am Zustandekommen der Schädelsammlung der Wiener Universität maßgeblich beteiligt war, hinterließ er ein Vermögen in der Höhe von 300.000 Gulden für wohltätige Zwecke. Der weltberühmte Anatom ist im Alter von 83 Jahren verstorben. 1889 wurde ihm in den Arkaden der Wiener Universität ein Denkmal errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt