Reych Nr. 181

Hebbel, Christian Friedrich

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hebbel, Christian Friedrich
Titel: Holofernes
Reych: Nr. 181 Castellum Cornoviae (Korneuburg)
Geb.: 18.03.1813 in Wesselburen
Gest.: 13.12.1863 in Wien

Volltext

deutscher Dichter Hebbel war der Sohn eines Maurers. Nach dürftigem Elementarunterricht wurde der 13jährige selbst als Maurerlehrling angestellt, kam aber nach dem bald darauf erfolgten Tod des Vaters in das Haus des Kirchspielvogts Mohr, wo sich sein geistiges Wachstum entfalten konnte. Seine ersten Gedichte verschafften ihm die Bekanntschaft der Jugendschriftstellerin Amalie Schoppe, mit deren Unterstützung er sich 1835 aus den engen Dithmarscher Verhältnissen lösen und nach Hamburg übersiedeln konnte. Hier lernte er die etwa 9 Jahre ältere Näherin Elise Lensing kennen, die ihm die treueste Liebe entgegenbrachte und ihn in den nächsten entbehrungsreichen Jahren durch ihrer Hände Arbeit fast allein unterhielt. Nach einjährigem Aufenthalt in Hamburg gab Hebbel seine ursprüngliche Absicht, sein Abitur zu machen auf und siedelte erst nach Heidelberg, dann nach München über. Die Münchner Zeit war für seine innere Entwicklung äußerst segensreich, zugleich aber auch voller Entbehrungen, da er mit dem Verzicht auf das juristische Studium auch die Unterstützung seiner Hamburger Gönner verloren hatte. Nach dem schnell hintereinander erfolgten Tod seiner Mutter und seines Münchner Freundes Rousseau reiste er 1839 zu Fuß nach Hamburg zurück, wo die Not und Sorge dadurch gesteigert wurde, dass Elise ihm einen Sohn gebar. 1840 vollendete er sein erstes Drama „Judith", dessen Aufführung er in Hamburg und Berlin durchsetzen konnte. Mit dem zweiten Drama „Genoveva“ und dem Lustspiel „Der Diamant" hatte er keinen Erfolg. 1842 brachte er seine erste Gedichtsammlung heraus und erwirkte auf einer Reise nach Kopenhagen ein Stipendium für 2 Jahre, mit dem er zunächst nach Pans ging. Dort traf ihn die Nachricht vom Tod seines Sohnes, die ihn fast zur Verzweiflung brachte. Nach Vollendung des Trauerspiels „Maria Magdalena", begab er sich 1844 nach Italien. Durch die Beendigung des Stipendiums zur Rückkehr gezwungen, lernte er in Wien am Burgtheater die Schauspielerin Christine Enghaus kennen, die er nach der Trennung von Elise auch heiratete. Nach der Geburt einer Tochter fand er ein neues Glück, das seinen Dichterruhm wachsen ließ. Er schuf die Tragödien „Herodes und Marianne", „Agnes Bernauer", „Gyges und sein Ring" und das gewaltigste seiner Dramen: Die Trilogie „Die Nibelungen" (Der gehörnte Siegfried, Siegfrieds Tod, Kriemhilds Rache). Der große Erfolg, den die Aufführung dieses Werkes in Weimar fand, öffnete dem Dichter wieder das Wiener Burgtheater. In Wien wurde er mitten aus dem reichsten Schaffen aus dem Leben gerissen und ließ die Tragödie „Demetrius“ unvollendet zurück. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt