Beschreibung
Hoffmann-Donner, Heinrich Dr. (auch „Schtrubbelpetern. Das Wort selbst gibt's seit e paar Jahrhundert in unsere Gegend un der gute)
Titel: Struwwelpeter
Reych: Nr. 76 Francofurta (Frankfurt)
Geb.: 13.06.1809 in Frankfurt
Gest.: 20.09.1894 ebenda
Volltext
deutscher Arzt und Dichter „Der Name „Struwwelpeter" is en Begriff, drum schreib ich en auch wie er im Original steht. Wusstet Ihr, dass der unordentliche Bub e Frankforter Kind is? Wir sage allerdings „Schtruwweipeter" oder alte Goethe hatt in seiner Leipziger Zeit, 1765, dort den Spitznamen „Frankfurter Stubbelpeter!!!" Heinrich Hoffmann, im Hause „Zum Taunus" in der „Sauallee" geboren, war ein echter Frankfurter und längst Arzt, als er seinem Sohn Carl den Strubbelpeter zu Weihnachten 1844 schenkte und er hat wohl kaum geahnt, dass dieser einmal alle großen und kleinen Kinder auf der ganzen Welt erfreuen Er studierte in Heidelberg und Halle Medizin und promovierte 1833, später ein zweites Mal in 1833/34 hielt er sich in Pariser Hospitälern auf, kehrte aber wegen einer Erkrankung seines Vaters 1834 nach Frankfurt zurück, wo er ein Jahr später seine erste Praxis eröffnete. Im gleichen Jahr fand er eine Anstellung für die ärztliche Überwachung des neuen Leichenhauses in Sachsenhausen. Etwa gleichzeitig wurde ein Haus angemietet, es war der Teil der städtischen Irrenanstalt, um ein kleines Hospital einzurichten. 1840 heiratete er Therese Donner, die ihm drei Kinder schenkte. Vielseitig in vielerlei Richtung zeichnete sich diese Persönlichkeit aus: Während er eine Gründung eines „Dienstagskränzchens" für Mitglieder der Akademie sowie für Beamte und gleichzeitig die Gründung des Gesellschaftsvereins „Tutti Frutti" durchführte, beteiligte er sich auch als Mitglied in der Administration des Städelschen Bekanntlich war sein Werk als Dichter nicht nur der Struwwelpeter, Gedichte, Komödien und andere Geschichten gehörten dazu. Geselligkeit war das eine, sein Beruf als Arzt das andere. Aber wir kennen ihn auch als einen politisch tätigen Menschen, als Vertreter der Stadt Frankfurt am Main im Vorparlament. 1851 war für ihn wohl das bedeutendste Jahr in seinem Leben, als er die Stelle als Arzt an der „Anstalt für Irre und Epileptische", um die er sich beworben hatte, antreten konnte. 1856 bereiste er einige Länder Europas, um moderne Heilanstalten zu besichtigen. Der Hintergrund dafür war der Plan, eine neue Anstalt zu bauen. Etwa fünf Jahre gingen ins Land, als 1864 etwa 100 Kranke in die neue Anstalt einziehen konnten. 50 Dienstjahre einerseits und die Freude darüber, mit seiner geliebten Frau die Goldene Hochzeit begehen zu können, aber auch seine zahlreichen Werke aus seiner Feder sind schöne Zeugnisse eines erfüllten Lebens. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt