Reych Nr. 120

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hoffmann von Fallersleben, August Heinrich (auch als Begründer der flämischen Literatur und genoss hohes Ansehen in Flamen.)
Titel: Pilgrim
Reych: Nr. 120 Ravensbergia (Bielefeld)
Geb.: 02.04.1798 in Fallersleben
Gest.: 19.01.1874 in Corvey

Volltext

deutscher Dichter Als Sohn eines Kaufmannes und Bürgermeisters in Fallersleben geboren, besuchte er im Anschluss an die Bürgerschule in Fallersleben von 1812 bis 1814 das Pädagogium in Helmstedt. Von 1814 bis 1816 absolvierte er in Braunschweig das Catharineum. Hier, wie in Helmstedt, hat er eine gründliche altsprachliche Ausbildung genossen und erhielt die Reife für die Universität. 1860 begann Hoffmann ein Studium der evangelischen Theologie an der Universität Georgia Augusta in Göttingen, studierte dann aber später klassische Philologie (griechische und römische Kultur). 1819 begegnete er Jakob Grimm, der Hoffmann antwortete, als dieser den Vorsatz äußerte, sich weiterhin mit Hellas zu beschäftigen: „Liegt Ihnen Ihr Vaterland nicht näher?“ Durch Grimm wurde er bewegt, sich dem Studium der deutschen Sprache und Literatur zu widmen. Daraufhin studierte er ab Mai 1819 an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn bis 1821 Germanistik. Während seiner Studienzeit in Bonn entdeckte er ein Bruchstück einer Otfried-Handschrift und später in Valenciennes das Ludwiglied. Seine besondere Liebe galt außerdem dem Studium der altniederländischen Sprache. Das Ergebnis seiner acht niederländisch-flämischen Reisen hat er in seinem mehrbändigen Werk „Horae Belgica“ niedergelegt, wofür ihm die Universität Leyden die Ehrendoktorwürde verlieh. Er gilt Während seiner Studienzeit in Bonn nannte er sich bereits „von Fallersleben“, nur um Namensgleichheit zu vermeiden und nicht etwa, um einen Adelstitel vorzutäuschen. Er dokumentierte das in seinem Gedicht „An meine Heimat dacht´ ich eben, da nannte ich mich „von“ Fallersleben“. Von 1821 bis 1823 durchwanderte er Deutschland und gelangte nach Berlin. Dort traf er auf Hegel, Savigny, Achim und Bettina von Arnim, Chamisso, Eichendorff u.a. März 1823 ging er zunächst als Bibliothekar, ab 1830 als außerordentlicher, ab 1835 als ordentlicher Professor für deutsche Sprache und Literatur an die Universität Breslau. Aufgrund seiner politischen Veröffentlichungen („Unpolitische Lieder“) nahm er am sozial-politischen Geschehen jener Zeit teil, weshalb er am 04.12.1842 durch die preußische Regierung als Professor ohne Pension abgesetzt und des Landes verwiesen wurde. Er wurde über 25 mal ausgewiesen. Am 26.08.1841 schrieb er das Lied der Deutschen auf Helgoland. Er weilte länger im Rheinland und Weimar, wo er sich mit Franz Liszt anfreundete. Er stellte an sich die Forderung, dass seine Gedichte singbar sein mussten. Schumann, Brahms, Liszt u.a. haben seine Gedichte in Noten gesetzt. Von 1860 bis 1874 verbrachte er seinen Lebensabend als Bibliothekar auf Schloss Corvey bei Höxter, wo er auch verstarb und seine letzte Ruhestätte fand. Sein Grabstein trägt die Inschrift: „Wie könnt ich dein vergessen“, den Anfang seines Gedichtes von 1841. Er hinterließ uns über 3.000 Gedichte und 550 Kinderlieder, z.B. „Alle Vöglein sind schon da“, „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“, „Kuckuck, Kuckuck, ruft´s aus dem Wald“, „Ein Männlein steht im Walde“, „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ pp. Seine Gedichte befassten sich mit Liebe, Natur, Studentenliedern, vaterländischen Hymnen, über sein Leben und das Leben, Kultur und Gesellschaft. (Text: Rt. Flagranti (120) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt