Beschreibung
Gluck, Christoph Willibald Ritter von
Titel: Orpheus
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 02.07.1714 in Erasbach
Gest.: 15.11.1787 in Wien
Volltext
deutscher Opernkomponist Der Komponist war der Sohn des fürstlich lobkowitzschen Försters Alexander Gluck, der während der Kinderzeit Christoph Willibalds mehrmals den Aufenthalt wechselte, sodass über den frühesten Werdegang wenig bekannt ist. 1733 studierte er in Prag, wandte sich aber bald der Musik zu und konnte sich auf Empfehlung eines adligen Gönners in Mailand von 1736-41 bei Giambattista Sammartini ausbilden. 1741 debütierte Gluck mit der Oper „Artaserse“, der weitere Werke der neapolitanischen Schule folgten. Dadurch schnell berühmt geworden, wurde Gluck 1745 nach London berufen, wo er seine Oper „La caduta dei giganti" aufführte. Dort lernte er Händel kennen und empfing von ihm überwältigende musikalische Eindrücke. 1747-52 unternahm er als Kapellmeister der reisenden Operntruppe P. Mingottis Reisen nach Dresden, Prag, Wien, Hamburg und Kopenhagen, bis er 1752 seinen festen Wohnsitz in Wien nahm. Hier schuf er ein Jahrzehnt lang im Dienste der Hofoper weitere italienische Opern und Singspiele im französischen Geschmack, von denen einige, wie „Der Zauberbaum", „Der bekehrte Trunkenbold", „Der betrogene Kadi" und „Die Pilgrime von Mekka" theatralische Lebenskraft bis in unsere Gegenwart bewahrt haben. Eine wichtige Station auf dem Weg der sein Schaffen krönenden Reform der Oper, bildet die Komposition von Ballettpantomimen, unter denen „Don Juan" einen genialen Wurf darstellt. Aus Anlass der „Antigono"-Aufführung wurde er 1756 in Rom geadelt. Der entscheidende Umschwung in Glucks Opernschaffen kam 1762, als er in dem italienischen Dichter Ranieri di Calcabigi einen gleichstrebenden Künstler fand. „Orpheus und Eurydike", auf einen italienischen Text komponiert, war der erste Erfolg dieser Zusammenarbeit. Die Reform ging weniger vom rein musikalischen als vielmehr von der Wiederherstellung des Dramas in der Oper aus, das in Erstarrung geratene Schema der italienischen „Opera seria" sollte überwunden werden. Mit Calcibigi schuf Gluck noch „Alceste" und ,,Paris und Helena". Die eigentlich künstlerische Resonanz fand Gluck nach anfänglicher Ablehnung in Paris. Den Weg dazu ebnete der französische Gesandte am Wiener Hof, du Roullet, und seine Schülerin Marie Antoinette. Für Paris schrieb Gluck zu einem französischen Text Jphigenie auf Tauris". Seine letzten Lebensjahre verbrachte der den europäischen Ruhm genießende Meister in Wien, mit dem Plan der Komposition von Klopstocks „Hermannsschlacht" beschäftigt. Insgesamt schrieb er 107 Opern, einige Ballette, neun Symphonien, acht Pasticcios und verschiedene Vertonungen Klopstockscher Oden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt