Beschreibung
Hofmannsthal, Hugo von Dr. (auch Melikow, Loris) (auch Morren, Theophil)
Titel: Jedermann
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 01.02.1874 in Wien
Gest.: 15.07.1929 in Rodaun
Volltext
österreichischer Dichter Hofmannsthal war der Sohn eines Bankdirektors. Nach dem Abitur beginnt er 1892 auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium in Wien. Die ersten Schöpfungen, die Hofmannsthal im Alter von 18 Jahren unter dem Decknamen Theophil Morren und Loris veröffentlichte, wurden durch Hermann Bahrs begeisterte Anzeigen in Deutschland und Frankreich berühmt. Es waren seine etwas schwermütigen Dichtungen und lyrischen Dramen „Der Tod des Tizian", „Der Tor und der Tod" und „Gestern“. 1894 folgte „Alkestis'', das er für Egon Wellesz schrieb. Im gleichen Jahr machte er sein erstes juristisches Staatsexamen und leistete seinen Freiwilligen-Militärdienst ab. 1895 entschließt er sich das Jurastudium aufzugeben und romanische Philologie zu studieren. Zwischenzeitlich trat Hofmannsthal mit Stefan George in Verbindung und beteiligte sich an dessen „Blätter für die Kunst". 1897 schrieb er seine Dissertation „Über den Sprachgebrauch bei den Dichtern der Plejade", der im Sommer die Promotion folgte. Seine glücklichste Schaffenszeit begann mit „Theater in Versen", „Das kleine Welttheater", „Die Frau im Fenster" (Im Deutschen Theater in Berlin aufgeführt), „Der weiße Fächer", „Die Hochzeit der Sorbeide'' und „Der Kaiser und die Hexe". Gleichzeitig am Deutschen Theater in Berlin und am Burgtheater in Wien uraufgeführt wurden: „Der Abenteurer und die Sängerin" mit Kainz in Berlin, „Die Hochzeit der Sorbeide'' und „Das Bergwerk von Falun". 1901 legte Hofmannsthal der Wiener Philosophischen Fakultät eine ,,Studie über die Entwicklung des Dichters Viktor Hugo" als Habilitationsschrift vor, zog sie jedoch kurze Zeit später wieder zurück, da er sich endgültig für den Schriftstellerberuf entschieden hatte. In diesem Jahr heiratete Hofmannsthal Gertrud Schlesinger und mietete ein Haus in Rodaun, in dem er bis zu seinem Tode wohnte. 1903 begegnete er zum erstenmal Max Reinhardt, für den er das Schauspiel „Elektra“ schrieb. Die folgenden Jahrzehnte standen im Zeichen der Zusammenarbeit mit Richard Strauss. 1909 wurden „Elektra“ als Oper und der „Rosenkavalier“ in Dresden aufgeführt, 1916 folgte „Ariadne auf Naxos" in Wien und die Umarbeitung der „Frau ohne Schatten" zum Operntext. Mit gleichem Eifer setzte er sich für die Gründung der Salzburger Festspiele ein. Einen Welterfolg hatte seine Erneuerung des Spieles von „Jedermann“, das von Reinhardt inszeniert auf dem Domplatz aufgeführt wurde. 1922 folgte die Uraufführung „Das große Salzburger Welttheater" in der Kollegienkirche in Salzburg. Am Ende von Hofmannsthals Schaffen stand die Oper „Arabella“ in enger Zusammenarbeit mit Strauss, jedoch erreichte der umgearbeitete erste Akt diesen erst nach seinem Tode. Hofmannsthal erlag einem Schlaganfall unmittelbar vor dem Gang zum Begräbnis seines Sohnes, der sich einige Tage zuvor das Leben genommen hatte. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt