Reych Nr. 5

Holtei, Carl von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Holtei, Carl von
Titel: Hans Jürge der Vagabund
Reych: Nr. 5 Wratislavia (Breslau)
Geb.: 24.04.1798 in Breslau
Gest.: 12.02.1880 ebenda

Volltext

schlesischer Dichter Nach dem Besuch des Magdalenen-Gymnasiums in Breslau ging er seiner Neigung zum Schauspieler nach und debütierte 1819 als Mortimer in Schillers „Maria Stuart" auf der Breslauer Bühne, wo er bis 1823 als Schauspieler und Theatersekretär tätig war. 1824 ging er nach Berlin und schrieb dort die mit großem Beifall aufgenommenen Liederspiele „Die Wiener in Berlin" und „Die Berliner in Wien", ferner das Singspiel „Der alte Feldherr" mit den Liedern „Fordre niemand mein Schicksal zu hören" und „Denkst du daran, mein tapferer Lagienka" sowie das vaterländische Schauspiel „Lenorem (1829) mit dem bekannten Lied „Schier dreißig Jahre bist du alt". In seinem Stück „Ein Trauerspiel in Berlin" brachte er den Berliner Jargon durch den „Eckensteher Nante" auf die Bühne. Gleichzeitig gab er die Sammlung „Schlesische Gedichte" in schlesischer Mundart heraus. Er lieferte auch dem Komponisten Gläser den Text für seine Oper „Des Adlers Horst" und schrieb für Ludwig Devrient das Schauspiel „Der dumme Peter". 1833 betrat er wieder die Bühne mit seiner 2. Frau und schrieb die Dramen: „Lorbeerbaum und Bettelstab", „Shakespeare in der Heimat". 1837-39 führte er das Rigaer Theater, aber ansonsten ein zielloses Wanderleben als Schauspieler und Vorleser bis zu seiner Übersiedlung nach Graz (1847). Im Jahre 1865 siedelte er wieder nach Breslau über und verbrachte seine letzten Jahre im Kloster der Barmherzigen Brüder. Großen Erfolg hatten auch seine wirklichkeitsnahen und wegen ihres kulturgeschichtlichen Einschlags geschätzten Romane „Die Vagabunden", „Christian Lammfell", „Ein Schneider", „Die Eselsfresser", „Der letzte Komödiant", die alle in den 40 Bände umfassenden „Erzählenden Schriften" enthalten sind. Der Krieg 1870/71 begeisterte den greisen Dichter schließlich zu einer Sammlung seiner „Königslieder“. Zwei Jahre nach seinem Tode wurde ihm auf der nach ihm benannten Holteihöhe in Breslau ein Denkmal gesetzt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt