Reych Nr. 110

Hinrichs, August

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Hinrichs, August
Titel: Hartjebuer
Reych: Nr. 110 Oldenburgia (Oldenburg)
Geb.: 18.04.1879 in Oldenburg
Gest.: 20.06.1956 in Huntlosen

Volltext

deutscher Schriftsteller Als Handwerksbursche aufgewachsen, verdiente er sich sein Brot als Tischlermeister, doch zog es ihn mehr und mehr zur Schriftstellerei, so dass er ab 1929 als freier Schriftsteller tätig wurde. In Oldenburg wurde er als eine Art „Landesvater" verehrt. Erfolgreich wurde er durch seine plattdeutschen Komödien wie „Swienskomödie", hochdeutsch unter dem Titel „Krach um Jolanthe" bekannt, „Wenn de Hahn kreiht", „För de Katt", „Das Licht der Heimat" und „Schwarzbrot". Die Trennung von der vertrauten Umwelt und die Konfrontation mit Existenznot und sozialen Konflikten während der Wanderjahre bestimmten seine Stoffwahl. Folgerichtig sind die Probleme Heimat und Existenzkampf Grundthemen aller Bühnenstücke und Erzählungen. Er blieb der bäuerlichen Welt seiner Vorfahren zeitlebens verbunden. Mit wachem Blick für Realitäten hat er diese, durchaus nicht heile Welt in seinen Werken eingefangen. Im ständigen Kampf gegen Amtspersonen bürgerliche Vorteilsucher rechthaberische erbarmungslos aufeinander und nur der Zufall entzieht ihnen schließlich die Grundlage ihrer Position und macht sie zu komischen Figuren. Was wären bei ihm Dominanz dieser Männer ohne ihre Frauen und Töchter? Diese Dominanz führt weit über Kleist hinaus, mit dem er des öfteren verglichen wird, tief hinein in die nüchterne Familiengeschichte: der Autor verbindet den Lustspieleffekt mit deutlichen Hinweisen auf traditionelle Formen weiblicher Emanzipation im bäuerlicher Leben. Das plattdeutsche Spiel „De Stedinger" bleibt der kritische Punkt in der Diskussion um August Hinrichs. Er schrieb es zur 700-Jahr-Feier der Schlacht bei Altenesch! Umstände der Zeit zogen die Gestaltung der Feier an sich und stellten das Freilichtspiel mit gewaltigem Propagandaaufwand heraus. Hinrichs hat die politische Auswertung damals und später bedauert, doch er stand zu seinem Text, der keine nationalsozialistischen Parolen enthält. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt