Reych Nr. 46

Götz, Hermann

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Götz, Hermann (auch Partitur-Spiel sowie bei H.V. Bülow Klavier und nebenher Orgel. 1863 übernahm er als)
Titel: Petrucchio
Reych: Nr. 46 Königsberg
Geb.: 07.12.1940 in Königsberg
Gest.: 03.12.1876 in Hottingen

Volltext

deutscher Komponist Er entstammte einer Kaufmannsfamilie. Mit 17 Jahren erhielt er nach vorangegangenen autodidaktischen Kompositionsversuchen den ersten geregelten Unterricht in Klavier- und Harmonielehre bei dem bekannten Königsberger Klavierpädagogen Louis Köhler. Als Student der Mathematik und Physik an der Universität seiner Heimatstadt war er auch ein gern gesehener Gast in den musischen Kreisen Königsbergs und erregte auch in einer breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit als Pianist mit Mozart-Konzerten. Seine anfällige Gesundheit machte es den Eltern nicht leicht, ihre Zustimmung zum Musikstudium zu geben, als Köhler glaubte, ihren Sohn nach ersten Erfolgen dazu ermuntern zu müssen. Der junge Götz studierte 1860 - 1862 in Berlin am Stern'schen Konservatorium sowohl Dirigieren als Nachfolger von Th. Kirchner die Organistenstelle an der Stadtkirche in Winterthur und war daneben vielseitig als Pianist und Klavierlehrer sowie als Leiter eines gemischten Chores beschäftigt. Aus dieser Zeit stammt seine Bekanntschaft mit Brahms, der ihn zeitlebens als Mensch und Künstler sehr hoch geschätzt hat. Nach seiner Verheiratung mit Laura Wirth, zu der er sich nur nach Überwindung innerer Hemmungen entschließen konnte, dehnte er seinen Wirkungskreis mit Klavierunterricht, Konzertieren unter vorläufiger Beibehaltung seiner Stelle in Winterthur auch auf Zürich aus, wohin er 1870 seinen ständigen Wohnsitz verlegte. 1871 - 1873 betätigte er sich auch als Kritiker an der Neuen Züricher Zeitung. Die berufliche Überanstrengung der letzten Jahre musste den Verfall seiner Kräfte zur Folge haben. Mit bewundernswerter Energie rang sich gleichwohl der schwer Leidende die großen Werke seiner letzten Lebensjahre ab. Zunächst füllte ihn seit 1868 die Komposition seiner ersten Oper „Der widerspenstigen Zähmung" ganz aus, anschließend die Sinfonie F-Dur. Die Uraufführung der Oper in Mannheim am 11.10.1874 unter Ernst Frank, der Götz bester Freund und nach seinem Tode der Betreuer des künstlerischen Vermächtnisses wurde, brachte Erfolg. Aber zum Abschluss einer zweiten Oper „Francesca“ reichten seine Kräfte nicht mehr aus. Die Mannheimer Uraufführung des von E. Frank vollendeten Werkes fand erst ein Jahr nach seinem Tode statt. Er komponierte ferner ein Klavierkonzert B-Dur, ein Violinkonzert in G-Dur, Chorwerke mit Orchester, die „Frühlingsouvertüre" und Gesänge für Männerchor, Chorlieder und Kammermusik. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt