Reych Nr. 275

Lenard, Alexander

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lenard, Alexander Prof. Dr.
Titel: Bachstelzer
Reych: Nr. 275 Paulista (Sao Paulo)
Geb.: 09.03.1910 in Budapest
Gest.: 14.04.1972 in Sao Paolo

Volltext

deutscher Arzt, Dichter und Schriftsteller Weiland Sasse des HR Paulista Am 5. Wonnemond a.U. 123 erkürte das Reych Paulista den weiland Ritter Bachstelzer mit Bart zum Ehrenschlaraffen Bachstelzer. Bachstelzer ist der erste lateinamerikanische Schlaraffe, den man so Alexander Lenard ist in Osterreich aufgewachsen, studierte Medizin und übersiedelte dann nach Italien. Während des zweiten Weltkrieges war er bei den Partisanen und sorgte für den Abtransport gefallener US-Soldaten in ihre Heimat. Nach dem Kriege wanderte er 1952 nach Brasilien aus, lebte anfangs in Sao Paulo, wo er Schlaraffe wurde. Später war er in Paraná als Arzt für eine Bleimine tätig und wurde dann an die Universität Charleston berufen, um dort das Klassische Department zu leiten. Schon während seines Aufenthaltes in Italien verfasste er Gedichte in Rom, wie „Ex ponto", „Asche“, „Andriette“ und „Zwischen den Geistern und Utopien". Bachstelzer beherrschte 10 Sprachen, darunter das klassische Latein und Griechisch. Er übersetzte ein englisches Kinderbuch „Winnie the Poo" ins Lateinische, wie auch Sagans „Bonjour tristesse" und das Original von Max und Moritz, das den Titel „Maxus et Mauritius" erhielt. In Brasilien beschrieb er seine Erlebnisse im Dona Emma Tal in seinem Buch „Arzt am Rande der Welt", Lebenserinnerungen „Die Kuh auf dem Bast", „Sieben Tage Babylonisch", „Ein Tag im unsichtbaren Haus", „Die römische Kirche" und „Einsichten eines Arztes und Lebenskünstlers". Eines seiner letzten Bücher war das ,,Zuchthaus auf der Av. Paulista". Gemeint war das Sanatorio Santa Catarina, wo er mit einem Herzinfarkt eingeliefert wurde. Als man ihn im Krankenhaus besuchen wollte, stand er nicht auf der Patientenliste, da er sich nicht als „Alexander Lenard" sondern als „L. Alexander" eintragen ließ, „damit der Tod ihn nicht finde". Lenard war Arzt, Partisane, Musiker und Musiklehrer, Philologe von internationalem Ruf, Universitätsprofessor, Bleiminen-Medikus, Landarzt und Apotheker, Schriftsteller, aber vor allem ein Dichter, der von sich sagte ,,wichtig allein ist für mich die Lyrik. Wenn die nicht überlebt, habe ich umsonst gelebt". Er war auch ein Philosoph, der seine eigene Todesanzeige verfasst hatte, eine Karte mit handgezeichneten Blumen, in der oberen Ecke in lateinischer Sprache der Spruch „Gegen die Macht der Liebe gibt es kein Kraut" und diagonal darunter, über einer Sanduhr „Gegen die Macht des Todes wächst kein Kraut im Garten". Ein Mann, der in Gesinnung und Begabung das Beste Schlaraffias verkörperte, ritt nach einem reichen Leben in Sao Paolo gen Ahall. (Text: Rt. Skurillo (275))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt