Beschreibung
Leman, Ulrich
Titel: Karaphil der Par-Nasser
Reych: Nr. 335 Wetiflar (Wetzlar)
Geb.: 15.10.1885 in Düsseldorf
Gest.: 22.04.1988 auf Mallorca
Volltext
deutscher Maler weiland Sasse des hohen Reyches Wetiflar Ulrich Leman wurde in Düsseldorf im Hause seines Großvaters, des Kunstmalers Fritz Gerhardt geboren. Kindheit und Jugendjahre verlebte er in Danzig, der Heimat seines Vaters. Hier erhielt er privaten Zeichen- und Malunterricht bei dem Direktor der Städtischen Kunstsammlungen und stellte als Fünfzehnjähriger erstmals eigene Arbeiten aus. 1903 nahm er ein Malstudium an der Düsseldorfer Kunstakademie auf. Wehrdienst und Kriegseinsatz unterbrachen das Studium von 1912 – 1919. Reisestipendien ermöglichten Aufenthalte im Elsass, den Niederlanden und Belgien sowie Reisen nach Paris und Worpswede, wo Lehman Aufnahme im Berkenhof, dem Hause Heinrich Vogelers findet. Von 1919 – 1928 gehört er der Künstlergruppe „Das junge Rheinland“ an, die das künstlerische Erbe des Münchener „Blauen Reiters“ (1911 – 1914) und der Dresdner „Brücke“ (1905 – 1918) aufnahm und weiterführte. Gestaltungsmerkmale der deutschen und der französischen Malerei im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts prägen die Malerei Lemans in dieser Phase: die lockere Malweise des Impressionismus, das Gefühlsbetonte des Jugendstils, die ekstatische Farbigkeit des Expressionismus und des Fauvismus, insgesamt die Bereitschaft zu spontan-subjektiver Gestaltung fallen ins Auge. Ein Staatsstipendium ermöglicht Leman von 1922 – 1925 einen Griechenland-Aufenthalt in der Obhut des Deutschen Archäologischen Instituts, dem sich ein Albanien- und schließlich ein Italienaufenthalt anschließen. Eine Gruppenreise des Künstlerkreises um die Düsseldorfer Galeristin „Mutter Ey“ 1927 führte ihn über Paris und Spanien erstmals nach Mallorca. Bei einer zweiten Mallorcareise 1930 erhält er das kleine Bauernanwesen Ca´n Pelat zum Geschenk, erwirbt Land dazu und lebt nun abwechselnd in Zoppot (Freie Stadt Danzig), Düsseldorf, Stolpmünde (Pommers) und auf Mallorca. Seine Malerei erregt in Deutschland Anstoß: Ausstellungsverbot, Ausschluss aus der Reichskulturkammer, Verhöre und Gerichtsverfahren schließen sich an. Das Kriegsende 1945 rettet ihn; die Flucht nach Mittelhessen, zunächst nach Trohe bei Gießen, später nach Asslar eröffnet für die nächsten 10 Jahre einen neuen Lebensbereich. In den späten 50er Jahren kehrt er nach Mallorca zurück, wo sein Freund und Vertrauter José Font de Vila („Pepe“) das Anwesen instand gehalten hat. Zurückgezogen lebt er abwechselnd auf Mallorca und in Mittelhessen. Mallorcinische Motive in lockerer Malerei und intensiver Farbigkeit stehen im Zentrum der Malerei dieser Jahrzehnte. Enge Verbindungen bestehen u.a. zu Erich Heckel, Otto Müller, Max Pechstein, Wassili Kandinski, Paul Klee; in Sorrent lernt er Maxim Gorki und später auf Mallorca Pablo Picasso und Juan Miro kennen. Sein 100. Geburtstag wurde 1985 in Düsseldorf mit umfassenden Ausstellungen gewürdigt, an denen der Junilar noch persönlich teilnehmen konnte. Am 22. April 1988 ist er auf Mallorca verstorben. Am 10.03. a.U. 97 (1956), es ist die 9. Feldlagersippung der Wetiflar, erscheint auch der akademische Kunstmaler Ulrich Leman. Er gehört somit zu den Reychsgründern der Wetiflar, ist also Erzschlaraffe und wird unserem Bund noch 32 Jahre bis zu seinem Ahallaritt im 103. Lebensjahr a.U. 129 (1988) treu bleiben. Bereits an der 5. Feldlagersippung a.U. 97 nimmt Rt. Sputnik de l Amur vom Reych Zu den Gyssen teil, es ist der profane Rudolf Leman, Bildhauer und Bruder von Ulrich. Wir dürfen also annehmen, dass u.a. sein Bruder ihn für unser Spiel begeistert hat. Beide waren dann wohl Auslöser, dass die Wetiflar den profanen Zahnarzt und weiteren Bruder Fritz Leman als Rt. Filibuster von a.U. 102 bis a.U. 109 in ihren Reihen haben durfte. Was Ehrungen für unseren Karaphil im schlaraffischen Dasein betrifft, sollte a.U. 125 (1984) eine Festsippung zu Beginn seines 100. Lebensjahres auf dem Gleyberg zusammen mit unserer Mutter und in Verbindung mit „125 Jahre Schlaraffia“ für ihn mit der Verleihung des „Lorbeers zum Großkristall“ zum Höhepunkt werden. Eine Bresthaftigkeit auf Mallorca verhinderte sein Da er wie bekannt sein letztes Lebensjahrzehnt vorwiegend auf Mallorca verbrachte, waren seine Besuche in der Wetiflar nicht mehr so häufig. Aber wenn er kam – immer mit Pepe, selbst auch Kunstmaler – war es Aufgabe der Junkertafel, den Fahrdienst von und zur Sippung zu übernehmen, was nicht selten zu humorigen Szenen führte, da sich Pepe auch als Schlaraffe fühlte. Den Grundstein als Fechser legte Karaphil bereits in der 14. Sippung am 19.12.a.U.97 (1956) mit dem Titul „Der Tod der Frau Salzmann in Piräus“. Es sollte seine immer wieder von der Sassenschaft geforderte Standardfechsung werden. Phänomenal war, dass er diese über Jahrzehnte ohne Manuskript stets im gleichen Wortlaut vortrug, die kleinste Abweichung, die nie vorkam, hätte jeder Sasse gemerkt. Er hat sich so in unsere Herzen gefechst. (Text: Rt. Trimm-Dich (335))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt