Beschreibung
Ludwig, Otto
Titel: Erbförster
Reych: Nr. 63 Meinungia (Meiningen)
Geb.: 12.02.1813 in Eisfeld
Gest.: 25.02.1865 in Dresden
Volltext
deutscher Dichter und Musiker Sein Vater, Stadtsyndikus und herzoglicher Hofadvokat, hinterließ, als er 1825 starb, seine Familie in dürftigen Verhältnissen. Von der Eisfelder Stadtschule kam der musikbegabte Knabe auf das Gymnasium in Hildburghausen. Nach dem Tode seiner Mutter ging er an das Lyceum in Saalfeld, wo er sich in aller Stille durch Studien, Musizieren und eigene Kompositionen zum Musiker vorbereitete. Ein eigenes Singspiel, das er auf einer von ihm geleiteten Liebhaberbühne aufführen ließ, verschaffte ihm ein dreijähriges Stipendium zur gründlichen musikalischen Ausbildung bei Felix Mendelssohn- Bartholdy in Leipzig. 1839 begann er damit, aber er vermochte der fremden Lehre nichts abzugewinnen. Nach einem Nervenfieber suchte er 1840 wieder seine Garteneinsamkeit auf, die er schon als Knabe genossen hatte. Hier fasste er den Entschluss, seine Musik aufzugeben und Schriftsteller zu werden. Mit seiner Novelle „Die Emanzipation der Dienstboten" gewann er wieder ein Stipendium und ging mit neuen Zielen wiederum nach Leipzig, aber es gelang ihm nicht, eines seiner Theaterstücke zur Aufführung zu bringen. Als ihn eine kleine Erbschaft für einige Jahre aller Geldsorgen enthob, ging er 1844 in die Schleifermühle bei Nieder-Garsebach, unweit von Meißen, wo seine Schaffenskraft neu erwachte. Den Winter von 1844 auf 45 verbrachte er wieder in Leipzig und gewann dort die Freundschaft Eduard Devrients. Auf sein Betreiben erfolgte endlich 1850 in Dresden die Aufführung des „Erbförsters“, der Ludwig mit einem Schlage berühmt machte. 1852 heiratete er seine Verlobte, die Meißner Bürgerstochter Emilie Winkler und bezog eine kleine ländliche Wohnung in einem Dresdner Vorort. In der ersten glücklichen Zeit seiner Ehe vollendete er „Die Makkabäer", das letzte dramatische Werk, das er zum Abschluss zu bringen vermochte. Dagegen begann er sein Talent durch gründliche Shakespeare-Studien umzubilden und die Pause im dramatischen Schaffen durch Hinwendung zur erzählenden Dichtung auszufüllen. Diese von ihm nur als Nebenwerk betrachteten Dichtungen „Die Heiterethei und ihr Widerspiel" und „Zwischen Himmel und Erde" sind schließlich seine Meisterleistungen geworden. Während sein schmerzhaftes, mit großer Geduld ertragenes Nervenleiden, das zu völliger Lähmung führte, ihn äußerlich hemmte, wurde seine Phantasie von einer Fülle dramatischer Stoffe umdrängt, ohne sie jedoch festzuhalten. Dieses Ringen bot ein wahrhaft erschütterndes Schauspiel bis zu seinem Tode. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt