Reych Nr. 55

Lessing, Gotthold Ephraim

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lessing, Gotthold Ephraim
Titel: Nathan der Weise
Reych: Nr. 55 Brunsviga (Braunschweig)
Geb.: 22.01.1729 in Kamenz
Gest.: 15.02.1781 in Braunschweig

Volltext

deutscher Dramatiker Lessing kam als Sohn eines Pfarrers auf die Welt und wuchs unter elf Geschwistern auf. Nach dem Besuch der Fürstenschule St. Afra in Meißen, nahm er 1746 als 17jähriger in Leipzig das Theologiestudium auf. Der Umgang mit Klopstock, die Bekanntschaft Gottscheds und der Kontakt zu Schriftstellern förderte schon bald sein dramatisches Talent. Die bekannte Theatergruppe der Neuberin weckte sein Interesse fürs Theater und führte auch sein erstes Schauspiel „Der junge Gelehrte" auf. Er studierte in Wittenberg Medizin und erwarb 1752 den Magistertitel. Darnach begannen seine Wanderjahre. Zunächst führte ihn sein Weg nach Berlin, wo er für Zeitungen schrieb. Kritisches, theologisches und dramatisches Schaffen hat Lessings unruhiges und von vielen Wechselfällen erschüttertes Leben geprägt. Daneben dichtete er Sinnsprüche und Fabeln in Anlehnung an griechische Klassiker. In Berlin entstand unter dem Einfluss englischer Dramen das bürgerliche Trauerspiel „Miß Sara Samson" (1755). Nach Zwischenstationen in Leipzig kehrte er wieder nach Berlin zurück, wo er Ewald von Kleist kennen lernte, wurde anschließend in Breslau Sekretär des Generalgouverneurs General von Tauentzien und erlebte dort die Wirren des Siebenjährigen Krieges. In der „Minna von Barnhelm" spiegeln sich seine Erfahrungen während dieser Zeit. Das Stück wurde zum Vorbild für die Soldatenstücke Jahrhunderts. verschiedenen Gesetzmäßigkeiten der bildenden Kunst und der Poesie auf. 1767 folgte Lessing einem Ruf als Dramaturg nach Hamburg. Mit seinem Plan, dort ein deutsches Nationaltheater zu bilden, entstand die „Hamburgische Dramaturgie". 1770 übernahm Lessing die Stelle eines Bibliothekars in Wolfenbüttel. Dort entstand „Emilia Galotti" (1772), das die Ränke und die Leidenschaft des deutschen Hofes anprangert. Lessings Meisterwerk aber bleibt „Nathan der Weise" (1779), ein Denkmal seines Glaubens über alle Schranken von Religion und Weltanschauung hinweg. Er hat seinen kritischen Glauben an den Menschen nach seinen eigenen Worten von jener Kanzel verkündet, die ihm gemäß war, von der Bühne. Seine letzte literarische Arbeit war „Die Erziehung des Menschengeschlechts". 1796 wurde Lessing auf dem Bibliothekenplatz in Wolfenbüttel ein schlichtes Denkmal errichtet und in Braunschweig 1853 eine Bildsäule von Rietschel. In seiner Vaterstadt erhält ein Barmherzigkeitsstift sein Andenken. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt