Reych Nr. 26

Kinau, Johann

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Kinau, Johann
Titel: Gorch Fock
Reych: Nr. 26 Kilia (Kiel)
Geb.: 22.08.1880 in Finkenwerder
Gest.: 31.05.1916 in der Seeschlacht am Skagerrak

Volltext

deutscher Schriftsteller und Heimatdichter Am 29. des Eismonds a.U. 131 erkürte die hohe Kilia in einer vorgezogenen Schlaraffiade den Schriftsteller und Heimatdichter Johann Kinau zum ES Gorch Fock, weil die Kilia sich als maritimes Reych versteht und der Pflege des Seefahrtgedankens und seemännischer Tradition von jeher besondere Aufmerksamkeit widmet. Dieser Aufgabe diente auch die Stiftung des Windjammer-Ordens der nordischen Reyche vor 14 Jahrungen, der hohes Ansehen genießt und überaus begehrt ist. Johann Kinau wurde am 22. August 1880 als ältester Sohn des Hochseefischers Heinrich Kinau und seiner Frau Meta Holst in Finkenwerder geboren. Der Vater weckte in ihm schon in früher Jugend die Liebe zur Seefahrt, von der Mutter erbte er die dichterische Begabung. Nach den Verlassen der Schule in Finkenwerder durchlief er eine kaufmännische Lehre in Geestemünde, besuchte die Handelsschule in Bremerhaven und arbeitete als Buchhalter in Meiningen, Bremen, Halle und ab 1906 in Hamburg bei der „Hamburg-Amerika-Linie“. 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger. Im März kam er als Matrose auf den Kreuzer „Wiesbaden“. Am 31. Mai 1916 fand er den Seemanstod in der Skagerrak-Seeschlacht. Als Schriftsteller begann er 1910 mit den kleinen Erzählungen „Schullengrieper und Tungenknieper“, 1912 veröffentlichte er den Schelmenroman „Hein Godewind, de Admirol von Moskitonien“, In seinen niederdeutschen Erzählungen schildert Gorch Fock – wie er sich später nannte – kraftvoll realistisch, humorvoll und tiefgründig die Menschen seiner norddeutschen Heimat mit ihren Freuden, Sorgen und Eigenarten. Sein Hauptwerk ist der 1913 erschienene Roman „Seefahrt ist not“, der mit Ausnahme der Dialoge in hochdeutscher Sprache geschrieben wurde. Das Werk erlebte zahlreiche Auflagen und gilt bis heute als die bedeutendste Schilderung des harten Lebens der Hochseefischer. Den eigentlichen Inhalt bildet neben der breitangelegten Darstellung der Erfahrungswelt der Fischer die Auseinandersetzung des Fischers Klaus Mewes und seiner von der Geest stammenden Frau Gesa um ihren Sohn. Der junge Klaus Mewes möchte wie sein Vater Hochseefischer werden, aber die Mutter setzt alles daran, ihn von diesem lebensbedrohenden Beruf fernzuhalten. Doch die Sehnsucht nach der See lässt ihn nicht ruhen. Auch der Seemannstod des Vaters vermag den Jungen nicht von dem einmal gefassten Plan abzuhalten. Klaus erwirbt die notwendigen Patente, um schließlich als Eigner des Kutters „Klaus Störtebeker“ die Berufstradition fortzusetzen aus der Erkenntnis „Seefahrt Mit seinem Roman hat der Dichter zugleich seiner durch die Industrialisierung dem Untergang geweihten Fischerinsel ein Denkmal gesetzt. 1914 erschien der Erzählungsband „Hamburger Janmooten“ und „Cilli Cohrs“, 1915 „Fahrensleute“. (Text: Rt. Cervantino (26) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt