Reych Nr. 175

Lilienthal, Otto

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lilienthal, Otto
Titel: Ikarus
Reych: Nr. 175 Lietzowia (Berlin)
Geb.: 23.05.1848 in Anklam
Gest.: 10.08.1896 in Berlin

Volltext

deutscher Erfinder Von seinem Vater bekam Lilienthal ein ausgeprägtes Verständnis für technische Dinge, und bereits in seiner Schulausbildung wurde Basis für Lilienthals spätere Forschungsarbeiten gelegt. Nach einem Praktikum in einer Maschinenbaufirma studierte er 1866 an der Königlichen Gewerbeakademie in Gemeinsam mit seinem Bruder Gustav war er von der Möglichkeit zu fliegen begeistert, gemeinsam studierten sie den Vogelflug und unternahmen ab 1862 erste Flugversuche. Durch den Krieg 1870/71 wurden die Forschungen zunächst unterbrochen, im Anschluss arbeitete Lilienthal zunächst bis 1881 bei verschiedenen Firmen als Ingenieur. 1874 gelang den Gebrüdern Lilienthal der Nachweis, dass gewölbte Tragflächen einen besseren Auftrieb erzeugen. Rückschläge blieben aber auch nicht aus, die Früchte seiner Arbeit wurden teilweise von anderen Unternehmen verwertet, ohne dass Lilienthals Urheberschaft berücksichtigt wurde. Seine Fabrik, in der er zunächst Heizungsanlagen und Dampfmaschinen herstellte, wurde 1894 zur ersten Flugzeugfabrik der Welt. Erwähnenswert ist, dass Lilienthal seinen Arbeitern schon damals eine hohe Gewinnbeteiligung auszahlte und sich nicht nur als Mäzen am „Berliner Ostendtheater“ hervortat, sondern auch als Theaterdirektor, Schauspieler und Autor eines Schauspiels (Moderne Raubritter). 1889 erschien sein Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“, es gilt als wichtigste flugtechnische Veröffentlichung des 19. Jahrhunderts. 1890 konstruierte Lilienthal ein Einmannfluggerät, welches lediglich mit der Kraft des Piloten funktionierte und schließlich einen 250 m langen Geleitflug ermöglichte. Lilienthal gelang der erste nachweislich bekannte Flug eines Menschen. Es folgte der Bau von 21 Flugapparaten, darunter auch motorgetriebene Maschinen und Doppeldecker. Nachdem er einen ersten Absturz aus 20 Metern nahezu unverletzt überlebte, war ihm das Glück am 09.08.1896 nicht mehr hold. Eine Böe erfasste sein Fluggerät, beim Absturz zog er sich tödliche Verletzungen zu. Seine Pionierarbeit lebte aber weiter und führte 1903 zum ersten motorisierten Doppeldeckerflug durch die Gebrüder Wright. (Text: Rt. Koi (247)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt