Beschreibung
Komzàk, Karl
Titel: Edelweiss
Reych: Nr. 80 Aquae Thermae (Baden bei Wien)
Geb.: 08.11.1850 in Prag
Gest.: 23.04.1905 in Baden bei Wien
Volltext
österreichischer Militärkapellmeister Weiland Sasse des HR Aquae Thermae Ritter Edelweiß der Taktvolle war von 1893 bis zu seinem Ahallaritt am 23.04.1905 Sasse im Reych Aquae Thermae, zwischenzeitlich OI und viele Jahrungen auch Zinkenmeister des Reyches. Karl Komzàk gehörte zur Gilde jener berühmten Militärkapellmeister, die im Wiener Musikleben eine so bedeutende Rolle gespielt haben. Keine Geringeren als Carl Michael Ziehrer und Franz Lehar gehören zu dieser Schar, und auch Karl Komzàk, der fesche Prager Geiger entschloss sich nach vergeblichen Versuchen, daheim in Prag und später in Linz als Musiker und Dirigent Fuß zu fassen. Es bot sich ihm eine günstige Gelegenheit da, die Stelle eines Kapellmeisters beim Infanterieregiment Nr. 7 frei geworden war. Dieses Regiment rekrutierte sich aus dem Kärntner Land, hatte seinen Sitz in Klagenfurt, später auch zum Teil in Innsbruck. In der schönen Tiroler Hauptstadt sog der junge Böhme, der schon mit 16 Jahren die ersten Kompositionen zu Papier gebracht hatte, den Zauber der schönen Alpenwelt in sich ein. Hatte er daheim „Das Moldauweibchen" noch ganz aus der heimischen Atmosphäre geschrieben, so komponierte er nun ein Liederspiel, „Edelweiß", in dessen Musik er zutiefst die Pracht der ewigen Berge seiner neuen Heimat empfand. In Innsbruck übernahm er auch die Chormeisterstelle bei der Innsbrucker Liedertafel. Er wurde in erster Linie durch seine Militärmärsche berühmt. Bekannt sind sein 84er Regimentsmarsch und der Erzherzog- Albrecht- Marsch. Darüber hinaus schrieb er auch zwei Märsche, die unserem „Lustig bumm" und „Lulu Praga" sehr ähneln (Louisiana-Marsch). Nähere Zusammenhänge sind jedoch nicht bekannt. Weitere Werke sind die „Bosnische Legende", „An der schönen grünen Larenta" und der Walzer „Badner Madln". Heute noch spielt man die Mazur „Feinsliebchen“, die Francaise „Blond poste restante", die Gavotte „Die Lautenschlägerin", die alle in der Innsbrucker Zeit entstanden sind. Dabei träumte Komzàk wie so viele Meister der heiteren Muse von einem großen tragischen Werk, das er zweifellos zu schaffen berufen war. Die Hast des Alltags, die vielen Verpflichtungen, wohl auch sein etwas geschwächter Gesundheitszustand ließen diesen schönen Plan leider niemals ausreifen. Schließlich übernahm er die Leitung des Badner Kurorchester und entwickelte sich zum unbestrittenen Meister des Potpourris, wie in dem berühmten „Fideles Wien". Komzàk fiel, kaum 55- jährig, einem Unfall zum Opfer. Als er mit einer Sängerschar einen Ausflug auf die Hohe Wand machen wollte, verplauderte er sich im Bahnhof mit einem Freund, wollte den eben anfahrenden Zug nicht versäumen, sprang auf, rutschte ab und die Räder dreier Wagons überrollten ihn. In wenigen Sekunden war ein Künstlerleben ausgelöscht, das zum Ruhm der Musikstadt Wien beigetragen und im Jahr zuvor auf der Weltausstellung in St. Louis die Yankees außer Rand und Band gebracht hat. Komzàk wurde in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof Wien beigesetzt. (Text: Rt. Techno (80))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt