Beschreibung
Kobell, Franz Wolfgang Ritter von Prof.
Titel: Brandner Kasper vom Wildanger
Reych: Nr. 320 Am Tegrinsee (Tegernsee)
Geb.: 19.07.1803 in München
Gest.: 11.11.1882 ebenda
Volltext
deutscher Mineraloge und Schriftsteller Kulturell hatte der Name „von Kobell" schon zu Lebzeiten der Maler Ferdinand, Franz und Wilhelm von Kobell, mit denen der Mineraloge und Heimatschriftsteller Franz Ritter von Kobell eng verwandt war, einen guten Klang. Franz Ritter von Kobell war der Sohn des Malers Wilhelm von Kobell. Er studierte Jura und Mineralogie in Landshut und war ab 1823 als Adjunkt beim Konservatorium der mineralogischen Staatssammlungen in München tätig, wo er später zum Professor der Mineralogie ernannt wurde. Er war sehr viel auf Forschungsreisen in Griechenland, Italien, Frankreich und Holland und bereicherte die Mineralogie durch viele Untersuchungen. Neben seinen vielen Schriften über Minerale, Kristalle und deren Namen machte er auch wichtige Erfindungen, wie die Galvanographie und das Stauroskop, das zur Beobachtung der Achsenbilder doppeltbrechender Mineralien diente. Die andere Seite des Heroen war seine Fähigkeit als Schriftsteller und Dichter. Namentlich als Volksdichter zeichnete er sich neben der Gewandtheit, in zwei verschiedenen Dialekten zu schreiben, durch seine Phantasie, Innigkeit und echt komische Kraft und einen ergötzlichen Humor aus. Er beherrschte als Dialektlyriker sowohl die bayerische als auch pfälzische Mundart. Zeugen seiner Heimat und Naturverbundenheit sind seine Jagdgeschichten, wie „Wildanger“ (1859) und Epen, wie „Die Urzeit der Erde", als Beispiel genannt. Kobell begleitete auch König Maximilian auf seinen Jagden. Am bekanntesten wurde er mit seiner Geschichte vom „Brandner Kasper", die in den „Schnadahüpfeln und Geschichten" (1872) enthalten ist. Eine kleine Auswahl seiner weiteren Werke: „P'älzische G'schichte", „Der Hansl vo Finsterwald", „Der schwarze Veitl", „S'Kranzner Resei", „Triphilin“ (1839), Gedichte in hochdeutscher Sprache und „Erinnerungen in Gedichten und Liedern" (1882). Die Stadt München hat ihm zu Ehren ein Denkmal errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt