Beschreibung
Loewe, Carl Dr. h.c.
Titel: Tom der Reimer
Reych: Nr. 181 Castellum Cornoviae (Korneuburg)
Geb.: 30.11.1796 in Löbejün
Gest.: 20.04.1869 in Kiel
Volltext
deutscher Komponist Vom Vater, einem Lehrer und Kantor, bekam Loewe seine musikalischen Grundkenntnisse, von den Erzählungen seiner Mutter einen Einfluss auf die Entwicklung einer eigenen Fantasie, in der es von Kobolden, Feen und Elfen nur so wimmelte. Dank eines königlichen Stipendiums konnte Loewe sein musikalisches Studium bei Daniel Gottlob Türk und J.F. Reichardt ausprägen. Trotz patriotischer Begeisterung wurde ihm die Teilnahme an den Befreiungskriegen wegen „schwächlicher Konstitution“ verweigert, er betätigte sich als Organist und Direktor für Kirchenmusik. Während seines Studiums der Theologie und Kirchenmusik in Halle veröffentlichte Loewe 1817 sein Opus 1, eine Vertonung von Gedichten Herders und Goethes (Der Erlkönig), mit dem er 1820 zusammentraf. 1820 wurde Loewe Organist der Jakobikirche in Stettin und Lehrer. Später erfolgte die Ernennung zum städtischen Musikdirektor, was er bis 1866 blieb. Trotz starker Bemühungen gelang es ihm nicht, die Region künstlerisch voranzuentwickeln. Seine erste Ehefrau starb 1823 nach der Geburt des Sohnes, der sich von ihm entfremdete, eine 1824 geschlossene zweite Ehe brachte 4 Töchter hervor. 1832 wurde Loewe Ehrendirektor der Universität Greifswald, in Berlin dirigierte er 1834 seine Oper „Die drei Wünsche“, weitere Konzertreisen führten ihn nach Mainz, Jena, Wien, London, Norwegen und Frankreich. Dabei trug er seine Balladen selbst zur eigenen Klavierbegleitung vor. 1837 wurde Loewe Mitglied der Königlichen Akademie der Künste. Nicht nur aufgrund der königlichen Gunst, sondern auch aus voller Überzeugung trat Loewe als Royalist hervor und beteiligte sich auch nicht an der Deutschen Revolution 1848 / 49. Die politischen Auseinandersetzungen, auch mit anderen Musikern, waren auch der Beginn einer persönlichen und künstlerischen Vereinsamung. Bis ein Schlaganfall ihm 1864 seine Gesundheit nahm, unternahm er nur noch wenige Konzertreisen. Loewe hinterließ 2 Symphonien, 6 Opern, 17 Oratorien und etwa 400 Balladen und Lieder, wobei ihm trotz des Umfangs seines Schaffens vorgeworfen wird, er habe sich seit 1820 nicht mehr weiterentwickelt. Dennoch sind seine Balladen wie Der Zauberlehrling, Archibald Douglas, Tom der Reimer oder Prinz Eugen der edle Ritter bedeutend, ist es ihm doch gelungen, die literarische Vorlage stimmig in Lied und Klavierspiel umzusetzen, ohne dass dabei Atmosphäre und Fantasie des Ursprungswerks verloren gingen. (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt