Beschreibung
Loriot
Titel: Steinlaus
Reych: Nr. 111 Potsdamia (Potsdam, erk. 05.01.156)
Geb.: 12.11.1923 in Brandenburg a.d. Havel
Gest.: 22.08.2011 in Ammerland am Starnberger See
Volltext
deutscher Humorist, Zeichner, Regisseur, Schauspieler Loriot, wohl einer der beliebtesten Humoristen des 20. Jahrhunderts, benannte sich nach dem französischen Namen des Wappentiers seiner Familie, dem Pirol. Die Familie war alter mecklenburgischer Adel, sein Vater war Polizeileutnant. Im 2. Weltkrieg begann er eine Offizierslaufbahn, die ihn zu einem „unverzeihlichen Ausflug“ an die Ostfront führte. 1947 – 49 studierte von Bülow an der Kunstakademie Hamburg Malerei und Grafik. Hier lernte er seine spätere Frau, die Hamburger Kaufmannstochter Rose-Marie Schlumborn, genannt Romi, kennen. Gemeinsam hatten sie 2 Töchter. Er erfand die Knollennasenmännchen und veröffentlichte ab 1950 erste Cartoons, seine Serie „Auf den Hund gekommen“ im Stern sorgte bei den Lesern, die offensichtlich noch nicht reif für seinen Humor waren, für Proteste. Später folgte „Reinhold das Nashorn“ für die Kinderbeilage „Sternchen“. Mit dem Fernsehen, insbesondere mit Radio Bremen, kam es zu einer dauerhaften Zusammenarbeit. Es entstanden Klassiker wie „Cartoon“, „Loriots Telecabinet“ und die sechsteilige Serie „Loriot“, in der er Sketche, meist mit seiner genialen Partnerin Evelyn Hamann, präsentierte. Für die Aktion Sorgenkind erfand Loriot Wum, Wendelin und den Blauen Klaus. Mit Wums Gesang „Ich wünsch mir ne kleine Mietzekatze“ belegte Loriot Platz 1 der deutschen Hitparade. Es ist nicht möglich, alle bekannten Sketche und von Loriot erfundenen Personen ausgiebig zu benennen, aber die Hoppenstedts, der Lottomillionär Erwin Lindemann, die Herren im Bad Müller- Lüdenscheidt und Dr. Klöbner sind auch Dank der ständigen Wiederholungen im Fernsehen schon lange deutsches Kulturgut, In seinen Sketchen machte sich Loriot über alltägliche Situationen lustig, aber nie über einzelne Personen. Unvergessen „Die Nudel“, „Die Steinlaus“ oder „Weihnachten bei Hoppenstedts“, ebenso wie die Redewendungen „Wo laufen sie denn?“, „Hildegard, warum sagen sie denn nichts?“, „Früher war mehr Lametta“ oder „Ach was“, die einen festen Platz im deutschen Sprachgebrauch haben. Sein erster Kinofilm „Ödipussi“ wurde 1988 gleichzeitig in Ost- und West-Berlin uraufgeführt, 1991 folgte „Pappa ante Portas“. Auch der klassischen Musik war Loriot verbunden, er dirigierte die Berliner Philharmoniker und inszenierte die Opern „Martha“ und „Der Freischütz“. Loriots Humor war leise, feingeistig und augenzwinkernd, dabei stets vornehm und nie verletzend. So, dass sich eben jeder von ihm angesprochen fühlen konnte. Kein Wunder, dass er bei einer Umfrage 2007 zum beliebtesten deutschen Humoristen gewählt wurde. Auf die Frage, nach seiner Grabsteininschrift schlug Loriot vor „Zweckmäßig wäre es, wenn der Name draufstünde.“ (Text: Rt. Koi (247)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt