Reych Nr. 188

Liszt, Franz von

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Liszt, Franz von
Titel: Torquato der Rhapsodische
Reych: Nr. 188 Baruthia (Bayreuth)
Geb.: 22.10.1811 in Raiding
Gest.: 31.07.1886 in Bayreuth

Volltext

ungarisch-österreichischer Klaviervirtuose und Komponist Der in Ungarn geborene Liszt trat bereits neunjährig als Konzertpianist auf und war 1821-23 Schüler von Czerny und Salieri in Wien und seit 1823 von Paer und Reicha in Paris. Aus seiner Verbindung mit der Gräfin d´Agoult, mit der er von 1835-39 in Genf, Nohant und Italien lebte, erwuchsen drei Kinder, von denen eine Tochter, Cosima, in erster Ehe mit Hans von Bülow und in zweiter Ehe mit Richard Wagner verheiratet war und die andere, Blanche, den französischen Staatsmann Emile Ollivier geheiratet hatte. 1839-47 wurde Liszt auf seinen Konzertreisen in ganz Europa gefeiert. 1842 wurde er Hofkapellmeister in Weimar, ließ sich aber erst 1848 dort nieder. In Weimar widmete er sich ganz der Komposition. Die Fürstin Karoline Sayn-Wittgenstein, mit der er zusammenlebte, hatte starken Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung. Liszt wurde zum Mittelpunkt eines Kreises von Künstlern und Gelehrten. 1859, auf dem Gipfel seines Ruhmes, wurde er Ehrenpräsident des Allgemeinen deutschen Musikvereins und in den Adelsstand Verstimmt durch den Widerstand gegen die von ihm vertretene neudeutsche Musikrichtung, siedelte er 1861 nach Rom über, wo er 1865 die niedrigen Weihen empfing und sich der Kirchenmusik widmete. 1870 nahm er wieder neue Beziehungen zum Weimarer Hof auf und lebte geehrt und gefeiert abwechselnd in Rom, Weimar und Budapest, wo er 1875 Präsident der neugegründeten Landesmusikakademie wurde, die auf seine Anregung erfolgte. Liszt hat in seiner Virtuosität eine bis dahin unerreichte Klangfülle mit einer neuen Spieltechnik des Klavierspiels durch Sprünge, weitgriffige Akkorde, Ineinandergreifen der Hände, Tremoli und Glissandi erzielt. Er führte die von Berlioz übernommene Idee durch, der Musik einen dichterischen Inhalt zu geben. Auch der von Berlioz beeinflusste Reichtum und die Freiheit der Harmonik war für die neudeutsche Richtung in der neueren Musik richtungsweisend geworden. Zu seinen Schülern zählen d'Albert, Reisenauer, Lamond, Stradal, Sauer, Aus der Vielzahl seiner Werke seien nur einige genannt: Klavierbearbeitungen von Orchesterwerken von Beethoven, Berlioz und Weber, Phantasien über Opern von Mozart, Donizetti, Bellini, Rossini, Verdi und Wagner, über 30 Charakterstücke, wie „Apparitions“, „Harmonies poetiques et religieuses", „Concert pathétique“, „Sonate H-moll", „Ungarische Rapsodien", „Spanische Rapsodie", Konzertetüden, „Nocturnes“ mit den bekannten „Liebesträumen“, ferner Orchesterwerke wie „Bergsinfonie“, „Tasso“, „Prometheus", „Festklänge“, „Les Préludes", „Faustsinfonie“, „Die Ideale", „Hamlet", „Die Sinfonie zu Dantes Divina Comedia". Liszt war auch schriftstellerisch tätig mit geistvollen Abhandlungen über „F. Chopin", „Lohengrin et Tannhaeuser de R. Wagner", „De la fondation Goethe & Weimar" und „Des Bohemiens et de leur musique en Hongrie", die alle ins Deutsche übersetzt wurden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt