Reych Nr. 181

Lenau, Nikolaus

Unbekannt ·J-L

Beschreibung

Lenau, Nikolaus (auch Strehlehnau, Nikolaus Fr. N. Edler von)
Titel: Savonarola
Reych: Nr. 181 Castellum Cornoviae (Korneuburg)
Geb.: 13.08.1802 in Csatád
Gest.: 22.08.1850 in Oberdöbling

Volltext

österreichisch-ungarischer Dichter Nach zahlreichen Studienversuchen in Wien, während deren er sich mit Grillparzer, Bauernfeind, Feuchtersleben, Grün und den Musikern Strauß Vater und Lanner anfreundete, ging er nach Heidelberg. Dort begann er ein ebenfalls erfolgloses Medizinstudium. 1831 schloss er sich dem „Heidelberger Kreis" an und kam so in Verbindung mit Schwab und Uhland zur Schwäbischen Ein Jahr später emigrierte er in die USA nach Baltimore und kehrte schließlich 1834 völlig verarmt und unglücklich nach Wien zurück. Von dieser Zeit sagte er: „Wo es keinen Wein gibt und keine Nachtigall singt, kann ich nicht leben". In Wien führte er ein unruhiges Leben und verlobte sich mehrmals, bis er 1844 in geistige Umnachtung fiel. Die überzeitlichen Gedichte stehen neben der Weltschmerzpoesie Leopardis und Byrons. Eine Heimatlosigkeit, großes Fernweh, Sehnsucht und seelische Zerrissenheit sind die tragenden Elemente seiner Dichtung. Seine Gedichte „Der Postillon", „Am Grabe Höltys" (1824) und „Die drei Zigeuner" gehören zu den schönsten lyrischen Werken deutscher Sprache. Er fasste sie selbst in Ausgaben zusammen, die unter dem Titel „Schilflieder“ (1832) und „Gedichte" (1837) erschienen. Die Epen „Savonarola" (1837), „Die Abenteurer" (1842) und „Don Juan" als Fragment im Nachlass, sind zum Teil in das allgemeine Bildungsgut des Bürgertums eingegangen. Mit seinen Dramen, wie z. B. „Faust“ (1836), hatte er weniger Erfolg. Seinen Nachlass gab Anastasius Grün heraus. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt