Reych Nr. 303

Mencken, Henry Louis

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Mencken, Henry Louis
Titel: Ikonoklast
Reych: Nr. 303 Baltimora (Baltimore)
Geb.: 12.09.1880 in Baltimore
Gest.: 29.01.1956 ebenda

Volltext

amerikanischer Kulturkritiker und Schriftsteller Sein Großvater kam von Oldenburg mit den sogenannten 48er Immigranten nach Amerika. Seine Eltern waren August Mencken und Anna Abbott. Der Vater war Zigarrenfabrikant. „Harry", so wurde H. M. genannt, ging in das F. Knapp-Institut, eine deutsche Privatschule und in eine Methodisten-Sonntagsschule in Baltimore. Mit 18 Jahren machte er seinen Abschluss am Polytechnischen Institut und sollte Chemiker werden. Als er seine Liebe für den Journalismus entdeckte, gab er diese Idee auf. Sein Vater wollte, dass er Jurist oder Ingenieur werden oder in die Zigarrenfabrik einsteigen sollte und so stritten Vater und Sohn ein Jahr lang miteinander. Kurz nach dem Tode seines Vaters erhielt er eine Anstellung als Reporter beim „Baltimore Herald". Er wurde in rascher Folge Theaterkritiker, Sonntags- und Stadtredakteur, geschäftsführender Redakteur und mit erst 25 Jahren Chef-Redakteur. Aber im folgenden Jahr ging der „Herald" in Konkurs und Mencken wechselte als Sonntags-Redakteur, Theaterkritiker und Leitartikelschreiber zu den „Baltimore Sunpapers" über. In dieser Zeit veröffentlichte er einen Gedichtband „Ventures into Verse" und schrieb drei Dutzend Kurzgeschichten in romantischem Stil. Danach gab er das „Dichten“ für immer auf. So sehr er die Zeitungsarbeit liebte, hatte er andere Ambitionen. Er wollte über das Leben und die Literatur schreiben. 1905 veröffentlichte er „Die Schauspiele Bernhard Shaws" und drei Jahre später „Die Philosophie von Friedrich Nietzsche". 1908 wurde er durch Vermittlung von Th. Dreiser Buchkritiker beim „Smart-Set-Magazin". In der folgenden Zeit wurde Mencken wegen seiner heftigen Attacken gegen die „Heuchelei, Dummheit und Frömmelei" in vielen amerikanischen Lebensbereichen populär. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges war Mencken Korrespondent für die „Baltimore Sun" und die „New York World". 1917 begründete sein von Knopf herausgebrachtes „Book of Prefaces" (Buch der Vorworte) seinen Ruf als Literaturkritiker. Kurz danach erschien sein Buch „In Defence of Woman", mit dem er als satirischer Schriftsteller bekannt wurde. Mit seinem Buch „The American Language" (1919) betrat er ein völlig neues Gebiet, nämlich wissenschaftlich exakte Untersuchungen über die sprachlichen Veränderungen des Englischen in Amerika gegenüber dem Englischen in England. Das Buch fand so großen Anklang, dass die Ausgaben von 1921,1923 und 1936 noch erweitert wurden und schließlich 1945 und 1948 noch Ergänzungsbände von Mencken veröffentlicht wurden. In den Jahren 1919-27 erschienen sechs Bände seiner „Prejudices“ (Vorurteile). Er unterstützte den Widerstand gegen die „Prohibition" und zeichnete sich als Reporter mit seinen Berichten über den berühmten Prozess im Bundesstaat Tennessee, 1925, aus. 1930 heiratete er Sara Haardt aus Birmingham, Alabama, die leider wenige Jahre später verstarb. In dieser Zeit begann er mit autobiographischen Artikeln für die Zeitung „The New Yorker". Als diese dann als Buch unter dem Titel „Newspaper Days" (1941) erschienen, wurde er wieder aufrichtig Er schrieb ferner „Notes on Democracy", ,,A Treatise on the Gods" und „A Treatise on Right and Wrong". Seine Autobiographie schrieb er in drei Bänden mit den Titeln: „Happy days" (1880 - 1892) aus dem Jahre 1940, „Newspaper Days" (1899 - 1905) aus dem Jahre 1941 (s. oben), „Heathen Days" (1890 - 1936) aus dem Jahre Wegen seiner humorvollen, satirischen Kulturkritik wurde erstmals ein gebürtiger Amerikaner zum Ehrenschlaraffen erkürt. Mencken starb an den Folgen eines Schlaganfalls. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt