Reych Nr. 229

Mann, Thomas

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Mann, Thomas
Titel: Felix Krull
Reych: Nr. 229 Losangela California (Los Angeles)
Geb.: 06.06.1875 in Lübeck
Gest.: 12.08.1955 in Zürich

Volltext

deutscher Schriftsteller Der jüngere Bruder von Heinrich Mann wuchs im Lübecker Stammhaus der alten Patrizierfamilie auf. 1891, nach dem Tode seines Vaters, ging er von der Schule ab und folgte der Mutter nach München, wo er sich bis 1933 überwiegend aufhielt. Anfangs verdiente er sein Geld bei einer Versicherungsanstalt Mitarbeiter „Simplicissimus". schriftstellerischer „Buddenbrooks", erstaunlichen Familienuntergangsroman eines 25jährigen, einen ersten Höhepunkt fand. Vornehmlich durch seine Eheschließung bewegte er sich in großbürgerlichen, die „deutsche Idee" hochhaltenden Kreisen. 1914-22 entfremdete er sich seinem Bruder bis zum öffentlichen Zerwürfnis. Auf dessen Antikriegsschrift „Zola“ (1915) antwortete er 1918 mit den demokratiefeindlichen „Betrachtungen eines Unpolitischen". Erst während der Zeit der Weimarer Republik mäßigte sich seine Einstellung. Er begann, vor dem keimenden Faschismus zu warnen und verarbeitete 1924 seine intellektuelle Problemsituation vor dem 1. Weltkrieg als weitausgreifendes Streitgespräch in seinem zweiten großen Roman „Der Zauberberg". Der mittlerweile berühmte Dichter empfing neben den verschiedensten Ehrentiteln 1929 den Nobelpreis für Literatur und hielt die offiziellen Festreden zu Goethe- und Wagner-Jubiläen. Von einer Vortragsreise kehrte er 1933 nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern ließ sich in der Schweiz nieder, wo er an der mythologisch-menschheitsgeschichtlichen Roman-Tetralogie „Joseph und seine Brüder" (1933-43) weiterarbeitete. 1938 wanderte er nach Amerika aus und lebte 1942-52 in Kalifornien. Er beteiligte sich an propagandistischen Rundfunksendungen gegen das Dritte Reich, („Deutsche Hörer", 1942) und vollendete 1947 den in die deutsche Gegenwart transportierten Künstlerroman „Doktor Faustus". 1952 kehrte er nach Europa Im Grunde der realistischen Erzähltradition des 19. Jahrhunderts verhaftet, erreichte er durch seine verschärfte und komplizierte Personendarstellung eine solch intellektualisierte, subtile Abstufung in der Aussage, dass diese sich skeptisch-ironisch bis zur Auflösung selbst in Frage stellte. Die epische Form seines Werkes bereicherte er mit einer der Musik abgelauschten Leitmotivtechnik und Einschüben essayistischer oder kommentierend-analytischer Art. Thematisch erfasste er durch seine psychologisch feinnervige Gegenüberstellung von dekadenten Künstlertypen und einem geistig unsicheren und unreflektiert handelnden Bürgertum, besonders in den Erzählungen „Tristan“, „Tonio Kröger" (1903) sowie „Der Tod in Venedig" (1912) die tiefgreifende Wandlung vom 19. zum 20. Jahrhundert in Gesellschaft und Geschichte. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt