Beschreibung
Mörike , Eduard
Titel: Hutzelmann
Reych: Nr. 399 Zu den Teutschherren (Bad Mergentheim)
Geb.: 08.09.1804 in Ludwigsburg
Gest.: 04.06.1875 in Stuttgart
Volltext
deutscher Pfarrer und Dichter In seiner Lyrik gilt Mörike als Vertreter des Biedermeiertums, der seine vertraute Heimat besingt, dennoch sind seine Texte teilweise von düsteren Abgründen durchzogen, deren Ursache ein unerfülltes und von Schicksalsschlägen durchzogenes Leben ist. Viele seiner 12 Geschwister starben früh, als Mörike 13 war verlor er noch seinen Vater und wurde von einem Onkel aufgezogen. Dieser drängte ihn trotz schlechter schulischer Leistungen in den ungeliebten Beruf des Vikars. In Tübingen übte die Beschäftigung mit Klassikern der Antike spürbaren Einfluss auf seine späteren Dort traf er auch seiner große Liebe, eine Schankmagd, von der er sich aber nach einem Jahr wieder lossagte. In seinen „Peregina-Gedichten“ und dem Roman „Maler Noltert“ verarbeitete er diese unglückliche Beziehung. Sein ab 1826 folgendes Vikariat bezeichnete Mörike als „Knechtschaft“, 10 Stellen in nur 8 Jahren und die Bitte um Beurlaubung zeugen davon. Einer kurzzeitigen Tätigkeit als Schriftsteller entsagte sich Mörike wieder, er wollte nicht termingebunden arbeiten und wagte nicht den Schritt in die ungewisse Selbständigkeit. Auch in seinem Liebesleben wurde Mörike nicht glücklich. Seine Verlobte Luise Rau löste die Beziehung zu ihm, vermutlich aufgrund andauernder Streitigkeiten, die in einer Messerattacke auf die Braut gipfelten. 1834 konnte Mörike eine Pfarrstelle übernehmen, diese Tätigkeit übte er aber auch nur lustlos aus und widmete sich lieber seinen Gedichten. 1844 ließ er sich im Alter von nur 39 Jahren in den Ruhestand versetzen, was ein Leben an der Armutsgrenze zur Folge hatte. 1851 heiratete Mörike Margarethe von Speeth, doch der Konfessionsunterschied und finanzielle Not ließen diese Beziehung auch nicht glücklich werden. Über 30 Umzüge in Mörikes Leben zeugen von seinem unsteten Wesen, das vielleicht nur ein Stück Heimat gesucht hat. Zum Broterwerb unterrichtete Mörike Literatur in Stuttgart. Die Ehrendoktorwürde der Universität Tübingen, der bayerische Maximiliansorden und der württembergische Friedrichsorden sind nur einige Auszeichnungen, die Mörike erfahren durfte. Über 232 seiner Gedichte und Balladen sind überliefert, wovon „Septembermorgen“ und „Er ist´s“ zu den meistzitiertesten gehören, ebenso bekannt dürfte die „Historie von der schönen Lau“ sein, die er im „Stuttgarter Hutzelmännchen“ verewigte. (Text: Rt. Koi (247) )
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt