Reych Nr. 302

Morgenstern, Christian

Unbekannt ·M-O

Beschreibung

Morgenstern, Christian
Titel: Palmström
Reych: Nr. 302 Portus Betsiae (Plainfield)
Gest.: 31.03.1914 in Meran

Volltext

geb:06.05.1871 in München deutscher Dichter Christian Morgensterns Vater war Malerprofessor in Breslau, der seine autoritäre Haltung auch in der Familie spüren ließ. Der frühe Tod der Mutter hat ihm zeitlebens zu schaffen gemacht. Er studierte die Rechte, Philosophie und Kunstgeschichte in Breslau und Sorau (Niederlausitz). Ab 1894 war er als freier Schriftsteller in Berlin und als Mitarbeiter der „Neuen Rundschau" und später als Redakteur der Zeitschrift „Das Theater" tätig. Er bereiste Norwegen, die Schweiz und Italien, um vielfältige Anregungen für seine Dichtungen zu sammeln. 1902 veröffentlichte er die erste Sammlung seiner nachdenklichen Lyrik „Und aber ründet sich ein Kranz". Populär wurde er mit seinen grotesk-ironischen Gedichten in „Galgenlieder“ und „Palmström“. Der Leser oder Zuhörer schmunzelt über den genialen Sprachwitz und die phantastischen Wortfindungen, wie Mond-Schaf, Zwölf-Elf und der heilige Pardauz. Er sagte selbst „dass er die sinnlos gewordene Welt einmal auf den Kopf stellen, durch groteske Komik entspannen wollte". Es erschienen außerdem von ihm: „Horatius travestitus", „Auf vielen Wegen", „Ich und die Welt", „Einkehr“, „In Phantos Schloss", „Ein Sommer", „Wir finden den Pfad", „Böhmischer Jahrmarkt", Liebesgedichte an seine Frau, „Ich und Du", „Das ästhetische Wiesel", „Das aufgeklärte Mondschaf", „Fisches Nachtgesang", „Der Trichter" und „Egon und Emilie". Nach seinem Tode erschienen „Palma Kunkel'' (1916) und „Gingganz" (1919) sowie „Aphorismen und Tagebuchnotizen" (1918), die Gedichtsammlungen „Mensch Wanderer" (1927) und „Die Schallmühle" Wegen eines Lungenleidens lebte er in Davos, Arosa und Meran, wo er allzu früh verstarb. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt