Beschreibung
Mickiewicz, Adam Bernhard Prof.
Titel: Gustavus Konradus
Reych: Nr. 194 Leopolis (Lemberg)
Geb.: 24.12.1798 in Zaosie
Gest.: 26.11.1855 in Konstantinopel
Volltext
polnischer Dichter und Schriftsteller Mickiewicz war zunächst von 1819 - 1823 Lehrer in Kowno, wo seine ersten Dichtungen „Balladen und Romanzen" und Teile von „Dziady“, Ahnenfeier, entstanden. Der 3. Teil wurde erst 1832 in Dresden erstellt. Als politisch Verdächtiger ging er 1824 nach Petersburg, 1825 nach Odessa und auf die Krim, wo er seine „Krimschen Sonette" schrieb, die 1826 in Moskau erschienen. Eine deutsche Ausgabe erschien 1833. Während seines Aufenthaltes in Moskau von 1825-28 machte er die Bekanntschaft Puschkins. Unter der Last seiner russischen Eindrücke schrieb er das Epos „Konrad Wallenrod" (1828), das die zu jedem Opfer bereite Vaterlandsliebe verherrlichte. Auch dieses Epos wurde 1834 von Kannegießer ins Deutsche übersetzt. Ab 1829 bereiste er viele Länder Europas und besuchte auch Goethe in Weimar. Während des polnischen Aufstandes 1830/31 war er auch politisch tätig und lebte meist in Paris. Hier schuf er das ländliche Epos in 12 Gesängen „Pan Tadeuz" (Herr Thaddäus) im Jahre 1834. Dieses Werk ist eine von großem Vaterlandsgefühl getragene Dichtung, die das ganze polnische Leben seiner Zeit vor Augen führt und herrliche Naturbilder aus Litauen und lebensnahe Schilderungen von Menschen in einer humorvollen Art darstellt. In Prosa schrieb er die „Bücher des polnischen Volkes" über die Vergangenheit und Zukunft Polens und wagte sich an dramatische Versuche in französischer Zwischenzeitlich bekleidete er eine Professur in Lausanne (1838-40) und erhielt anschließend den Lehrstuhl der slawischen Literatur als Professor am Pariser College de France. Seine „Vorlesungen über slawische Literatur und Zustände" erschienen unter dem Titel „Les Slaves". 1844 wurde er jedoch des Lehrstuhls wieder enthoben, weil er sich an dem mystischen Treiben des literarischen Schwärmers Towianski beteiligt hatte, der den sogenannten „Messianismus" vertrat. Nach Ausbruch der Februarrevolution (1848) reiste er nach Rom, um polnische Legionen gegen Osterreich zu bilden, kehrte aber bald wieder nach Paris zurück und erhielt 1852 das Amt eines Bibliothekars am Arsenal. Er starb 1855 in Konstantinopel an Cholera, als er dort während des Krimkrieges polnische Legionen, diesmal gegen Russland, errichten wollte. Sein Leichnam wurde zunächst nach Montmoency gebracht und 1890 in der Krakauer Königsgruft auf dem Wawel beigesetzt. Das polnische Volk sah in ihm einen geistigen und politische Führer und hat ihm in Wilna, Warschau, Krakau und Lemberg und vielen anderen Städten Denkmäler errichtet. Seine Werke wurden in viele Sprachen übersetzt. Gesamtausgaben wurden durch die Mickiewicz- Gesellschaft in Lemberg erstellt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt