Beschreibung
Neukomm, Sigismund Ritter von
Titel: Hagenauer
Reych: Nr. 122 Juvavia (Salzburg), erk. 02.11.157
Geb.: 10.07.1778 in Salzburg
Gest.: 03.04.1858 in Paris
Volltext
österreichischer Komponist, Pianist und Diplomat Neukomm war Schüler sowohl von Michael wie von Joseph Haydn und zu seiner Zeit hochgeschätzter Musiker und Komponist von mehr als 2.000 Werken, die er zumeist selbst dirigierte. So etwa leitete er beim feierlichen Einzug König Ludwigs XVIII in Paris nach dem Sieg über Napoleon 1814 sein Te Deum vor der ganzen königlichen Familie oder, beim Wiener Kongresses, im Stephansdom sein großes Requiem in c-Moll, in Anwesenheit sämtlicher europäischer Potentaten, zur Gedächtnisfeier für Ludwig XVI. Kein Geringerer als Antonio Salieri dirigierte einen der beiden Chöre. Bei dieser Gelegenheit wurde Neukomm das Ritterkreuz der Ehrenlegion verliehen. Zeitgleich geriet er jedoch auch als vermeintlicher Spion ins Visier der Metternichschen Observation. Neukomm stand in einem persönlichen Nahverhältnis sowohl zu Michael Haydn als in noch viel höherem Maße zu dessen Bruder, Joseph Haydn. Diesem, den er in seinen zahlreichen Briefen mit „Theuerster Papa“ anspricht, wurde er zum Vertrauten in dessen letzten Lebensjahren Für die Mozart-Stadt war das große, durch Neukomm markierte Ereignis, die drei Tage währende Einweihungsfeier des Schwanthalerschen Mozart-Denkmals in Salzburg im September 1842. Neukomm nahm nicht nur die Enthüllung vor, er hielt die Festrede und dirigierte eine Aufführung von Mozarts Requiem. Überdies wurde eine von ihm komponierte und „Östreich“ titulierte Volkshymne gesungen, auf einen Text des Erzbischofs von Erlau, dem Patriarchen von Venedig. Neukomm war ein Weltbürger, der acht Sprachen beherrschte. Dass er Freimaurer war, ist belegt. Er verkehrte mit Politik- und Kultur-Größen seiner Zeit, vor allen anderen ist der französische Diplomat und Außenminister Napoleons, Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord zu nennen, zu dem er in jahrzehntelangem Nahverhältnis stand, sowie Mitglieder des französischen Hochadels, etwa der Herzog von Orléans, der spätere König Louis-Philippe, ebenso Angehörige der Literatur- oder Musikszene wie Lamartine, Mendelssohn-Bartholdy oder Cherubini. 1816 reist Neukomm, einer Einladung des französischen Sonderbotschafters, des Herzogs von Luxemburg, folgend, nach Brasilien, wo er sich fünf Jahre aufhält und wo an die 50 Tonwerke Überblickt man das Gesamtwerk von Sigismund Neukomm, so fällt der hohe Anteil an Kirchenmusik – darunter allein 50 Messen, ebenso viele Motetten und fünf Requien, weiters Oratorien und Kantaten – auf, wenngleich er auch zehn Opern schuf, ebenso wie Lieder in verschiedenen Sprachen oder etwa Variationen auf die Kaiserhymne „Gott erhalte Franz den Kaiser“. Als Dirigent wird ihm starker organisatorischer Wille, ausgeprägtes Gefühl für Raumakustik und wirkungsvolle Aufstellung des Orchesters nachgesagt. Auch als Lehrmeister hat er gewirkt. Unter seinen Musik-Eleven hat sich Franz Xaver Wolfgang, Mozarts Sohn, befunden. Sigismund Rt.von Neukomm war nicht nur rastlos, was seine fast exzessive Reisetätigkeit anlangte sondern als Komponist ein nimmermüde Schöpfender. Es verging kaum ein Tag bis zu seinem Lebensende, an dem nicht neue Werke entstanden. (Text (gekürzt) zur Verfügung gestellt von Rt Bi-Schurl (122))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt