Reych Nr. 335

Goethe, Johann Wolfgang von

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Goethe, Johann Wolfgang von
Titel: Götz der Redliche
Reych: Nr. 335 Wetiflar (Wetzlar)
Geb.: 28.08.1749 in Frankfurt
Gest.: 22.031832 in Weimar

Volltext

deutscher Dichter Johann Wolfgang von Goethe wurde als Sohn des kaiserlichen Rats Johann Kaspar Goethe und seiner Ehefrau Katharina Elisabeth, geb. Textor, auch Frau Rat oder Frau Aja genannt, geboren. Von 1765-68 studierte der erst Sechzehnjährige in Leipzig Rechtswissenschaft. Auf Erlebnissen mit der ersten Jugendliebe Käthchen Schönkopf beruht sein Schäferspiel „Die Laune des Verliebten" und auf anderen Leipziger Erfahrungen die „Mitschuldigen“. 1769 kehrte er kränkelnd in das Elternhaus zurück. 1770 schloss er in Straßburg seine für ihn gewichtige Freundschaft mit Herder. 1771 begann er in Frankfurt als Advokat zu praktizieren und fand daneben Zeit zur ersten Niederschrift seines „Götz von Berlichingen", der 1773 völlig umgearbeitet erschien und den Dichter mit einem Schlage in Deutschland berühmt machte. Den Sommer 1772 in Wetzlar verbringend, packte ihn eine heftige Leidenschaft zu Charlotte Buff, der Braut Kestners, die nach seiner Rückkehr nach Frankfurt wieder abebbte. Aus diesen und anderen Erlebnissen entstanden 1774 „Die Leiden des jungen Werther", ein Roman, der Goethes Ruhm über die ganze Welt trug. Die folgenden Frankfurter Jahre waren voller dichterischer Pläne und Entwürfe, zu denen auch der „Faust“ gehörte. Die Dramen „Clavigo" und „Stella“ fallen in diese Zeit. Auf seine unglückliche Verlobung mit Lili Schönemann, die bald wieder gelöst wurde, folgte zur rechten Zeit eine Einladung des Herzogs Karl August nach Weimar. Ais ihm die weimarer Verhältnisse zu eng wurden, riss er sich 1786 durch seine Italienreise von Weimar los. „Egmont“, „Iphigenie“ und „Tasso“ erschienen neben Singspielen in gesammelten Werken. Einen neuen Aufschwung rief Schiller hervor, mit dem ihm 1794 nach anfänglich kühlem Verhältnis eine herzliche Freundschaft verband. Mit ihm richtete er die „Xenien'' gegen den Tiefstand der zeitgenössischen Literatur, auf seine Anregung entstanden oder wurden vollendet „Wilhelm Meisters Lehrjahre", „Hermann und Dorothea" und der erste Teil des „Faust“. Nach Schillers Tod 1805 begann Goethe ein wenig zu vereinsamen. 1806 machte er Christiane Sophie Vulpius, mit der er schon einige Jahre zusammen war, zu seiner legitimen Ehefrau, nachdem ihn die Jahre zuvor in inniger Verbundenheit zu Charlotte von Stein als stürmischer Liebhaber und verehrender Freund bewegt hatten. Die Weimarer Zeit hatte dem zu großem Ruhm gelangten Dichter auch große Ehrungen am Hofe eingebracht. Er wurde 1776 zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Conseil, 1779 zum Wirklichen Geheimrat (Excellenz) ernannt, leitete von 1790 - 1817 als Intendant die Weimarer Bühne und wurde 1815 Erster Staatsminister. Eckermann wurde 1823 sein Staatssekretär. Nach dem Tode des Herzogs Karl August zog er sich von den Staatsgeschäften zurück. Am 10.4.1882 wurde Goethe von Kaiser Wilhelm I. postum in den Adelsstand erhoben. Seine Werke alle aufzuzählen, würde den Rahmen einer Kurzbiographie überschreiten. Die Welt ist dankbar, dass es ihm noch vor seinem Ableben vergönnt war, den zweiten Teil des „Faust" und damit die größte Dichtung seines Lebens zu vollenden. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt