Beschreibung
Bill, Max (auch als Publizist aktiv und gründete 1941 den Allianz-Verlag. 1938 wurde er Mitglied des Congrès)
Titel: Quader der Konkrete
Reych: Nr. 397 Vitudurum (Winterthur), erk. 05.12.153
Geb.: 22.12.1908 in Winterthur
Gest.: 09.12.1994 in Berlin
Volltext
schweizer Architekt und Künstler Max Bill wurde als Sohn der Stadt Winterthur am 22. Dezember 1908 geboren. Er absolvierte von 1924 bis 1927 eine Lehre als Silberschmied an der Kunstgewerbeschule Zürich. Im Alter von 17 Jahren wurde er 1925 mit seinen Schülerarbeiten an der Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industrielles Modernes in Paris eingeladen, wo ihn besonders die Werke von Le Corbusier, Konstantin Stepanowitsch Meldnikow und Josef Hofmann beeindruckten. 1927/1928 studierte er in Dessau am Bauhaus, wo zu dieser Zeit Gerd Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee, László Moholy- Nagy und Oskar Schlemmer lehrten. Ab 1929 war Max Bill sowohl praktisch also auch theoretisch als Architekt, seit 1932 als Maler, Grafiker und Bildhauer tätig. Von 1932 bis 1937 war er Mitglied der Künstlerbewegung Abstraction- Création in Paris. 1936 definierte er in einem Ausstellungskatalog des Kunsthauses Zürich seine Vorstellung von „Konkreter Kunst“ und wurde zu einem ihrer wichtigsten Vertreter. Seit 1936 war er International d´Archtecture Moderne. 1944/1945 hatte Bill seinen ersten Lehrauftrag für Formenlehre an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Von 1951 bis 1953 war er Mitbegründer der Ulmer Hochschule für Gestaltung und entwarf ihr Schulgebäude. Von 1953 bis 1956 war er deren erster Rektor. Zwischen 1967 und 1974 hatte er den Lehrstuhl für Umweltgestaltung an der Hochschule für bildende Künste Hamburg inne. Er war Teilnehmer der documenta I (1955), der documenta II (1959) und auch der documenta III im Jahr 1964 in Kassel. Max Bill setzte sich auch immer wieder mit politischen Fragen auseinander. In seinen jungen Jahren war er – genau wie sein Kollege Richard Paul Lohse – ein engagierter Antifaschist, was unter anderem in der 1930er Jahren in der Gestaltung verschiedener Publikationen seinen Niederschlag hatte. Später protestierte er gegen den Kalten Krieg und die atomare Aufrüstung, war gegen den Vietnamkrieg und schon in den 1950er Jahren Verfechter für Belange des Umweltschutzes. Von 1961 bis 1968 war Max Bill Mitglied des Zürcher Gemeinderates sowie von 1967 – 1971 als Parteiloser Mitglied im Schweizer Nationalrat. Neben den bereits erwähnten Werken kennt man von Max Bill vor allem die folgenden Skulpturen, die weitgehend auf der „Zürcher Schule der Konkreten“ beruhen: „Kontinuität“ vor der Hauptverwaltung der Deutschen Bank in Frankfurt, „Pavillon“ an der berühmten Zürcher Bahnhofstraße, „Endlose Treppe“ im Zentrum der Stadt Ludwigshafen. Max Bill wurde zudem als fleißiger Autor bekannt, der interessante Schriften und Lehrvorträge verfasste, unter anderem über Konkrete Gestaltung (1936), über die mathematische Denkweise in der Kunst unserer Zeit (1949), über Grundlage und Ziel der Ästhetik im Maschinenzeitalter (1955), über die Magie der gestalteten Gegenstände – autonome Gegenstände für den geistigen Gebrauch – Bauen als Teil der gestalteten Umwelt (in: Vom Bauhaus bis Ulm, 1976). Die Städte Zürich (Kunstpreis 1968) und Winterthur (Kulturpreis 1979) ehrten Max Bill für sein umfassendes Schaffen. (Text (gekürzt): Von DAX / Logo-viel (397), DSZ 01/154)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt