Beschreibung
Arndt, Ernst Moritz
Titel: Eisenhardt der Deutsche
Reych: Nr. 22 Sedina (Stettin)
Geb.: 26.12.1769 in Groß Schoritz (Rügen)
Gest.: 29.01.1860 in Bonn
Volltext
deutscher Dichter Auf der Ostsee-Insel Rügen geboren, besuchte Arndt das Gymnasium in Stralsund, studierte Geschichte in Greifswald und Jena und begab sich dann auf Reisen durch Deutschland, die Schweiz, Ungarn, Italien, Frankreich und die Niederlande. 1805 wurde er Professor in Greifswald. Voll brennender Liebe zu seinem durch Napoleon unterdrückten Vaterland veröffentlichte er weitverbreitete Flugschriften und wurde dadurch zu einer Art literarischem Vorkämpfer der Befreiung von der Herrschaft Napoleons. Wegen seiner Schrift „Geist der Zeit" musste er die Rache der Franzosen fürchten und war seines Lebens nicht mehr sicher. So flüchtete er zunächst nach Schweden, wo er bis 1809 blieb. Nach einigem Umherirren kam er 1812 in die Dienste des Ministers von Stein, der wie viele andere Deutsche in Petersburg eine Zuflucht gefunden hatte. Nach dem verlustreichen Rückzug Napoleons aus Russland ging Arndt mit Stein nach Königsberg. Der Aufruf Königs Friedrich Wilhelm III. zur Organisation der Landwehr in Preußen veranlasste Arndt zu einer Reihe volkstümlich gewordener „Lieder für Teutsche", wie z.B. „Der Gott, der Eisen wachsen ließ", „Wer ist ein Mann" und „Die Leipziger Schlacht". Arndt schürte die nationale Begeisterung, sprach Forderungen aus wie „Der Rhein Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze", die Stein und Hardenberg in Paris Seine Enttäuschung über den Wiener Kongress und den Pariser Frieden brachte er in eifriger Tagesschriftstellerei zum Ausdruck. 1815-16 veröffentlichte er in Köln eine politische Zeitschrift „Der Wächter". Politisch vertrat Arndt durchaus die liberalen Forderungen jener Zeit. Der 4. Teil vom ,,Geist der Zeit" musste schon gegen die wachsende Reaktion kämpfen. 1818 wurde er Professor der Geschichte an der neu gegründeten Universität in Bonn, aber bereits 1820 wegen angeblicher demagogischer Umtriebe seines Amtes enthoben. So lebte er bis 1840 bei Bonn in stiller Zurückgezogenheit, bis ihn König Friedrich Wilhelm IV. wieder in sein Amt einsetzte und ihm 1842 der Rote Adlerorden verliehen wurde. 1848 in die Deutsche Nationalversammlung gewählt, publizierte er mehrere autobiographische Schriften, unter denen die „Erinnerungen aus dem äußeren Leben" und „Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem Reichsfreiherrn H.K.F vom Stein" hervorragen. 1854 trat er vom Lehramt zurück. Sein 90. Geburtstag wurde in ganz Deutschland gefeiert. Die von Arndt vorbereitete vollständige Sammlung seiner Gedichte erschien erst nach seinem Tode. Zu Ehren des Volksschriftstellers sondergleichen wurde ihm 1865 auf dem Plateau des Alten Zolls in Bonn eine Erzstatue und 1873 auf der Insel Rügen ein Gedenkturm errichtet. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt