Reych Nr. 174

Clementschitsch, Arnold

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Clementschitsch, Arnold Prof.
Titel: Noldi
Reych: Nr. 174 Villa ad aquas (Villach)
Geb.: 18.06.1887 in Villach
Gest.: 10.12.1970 ebenda

Volltext

österreichischer Maler Arnold Clementschitsch wurde 1887 in Villach geboren und starb hier im Jahre 1970. Er entstammte einer alteingesessenen Villacher Großbürgerfamilie und war ursprünglich für die Offizierslaufbahn vorgesehen. Seine sich schon früh abzeichnende Nonkonformität verhinderte jedoch einen erfolgreichen Gymnasialabschluss und damit auch die vorgesehene Karriere. Nach Aufenthalten in Laibach, Gemona usw. kam Clementschitsch 1908 an die Graphische Lehranstalt nach Wien, später nach München. Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges musste er einrücken. 1920 fand mit einer Ausstellung in der Wiener Secession sein künstlerischer Durchbruch statt. Sein Ansuchen um diese Ausstellung ist eines der bleibenden Zeugnisse seines Lebens und „(...) Ich arbeite ungeachtet eines nicht immer klaren Wollens so, wie mein Gewissen es mir geboten hat. Meine Bilder sind von allen Seiten anerkannt und abgelehnt zugleich (...)“. Nach dem großen Erfolg der Ausstellung lebte Clementschitsch in Kärnten und unternahm Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien, seine frühen Bilder sind heute hoch im Kurs. Eine Zeitlang leitete er eine Malschule in Klagenfurt, doch war es dem Eigensinn seiner Persönlichkeit nicht gegeben, sich zu „arrangieren". So war denn sein Lebensabend mühsam und von Einschränkungen gekennzeichnet. 1947 erschien ein kleiner Gedichtband „Rhythmen und Reime", der den Maler auch als genialen Lyriker von aggressiver Poesie zeigt. Clementschitsch besuchte manchmal den Stammtisch der Villa ad aquas im Brauhaus (heute Brauhof) und ist im Schmierbuch des Stammtisches verewigt, mit Unterschrift, aber auch mit einem Gedicht, das einen späten, abgeklärten Poeten zeigt. Arnold Clementschitsch wurde a.U. 136 zum Ehrenschlaraffen Noldi gekürt. Promotor war sein Sohn, Rt Bi2, der seinen Zeitgenossen, äußerlich sowie charakterlich, dem Vater immer ähnlicher erschienen ist. (Text: Reychschronik Villa ad Aquas (174))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt