Reych Nr. 331

Burle Marx, Roberto

Unbekannt ·A-C

Beschreibung

Burle Marx, Roberto (auch aufgrund der Ermunterung des Nachbarn Lucio Costa, moderner Städteplaner und späterer)
Titel: Guaratiba
Reych: Nr. 331 Rio Carioca (Rio de Janeiro)
Geb.: 04.08.1909 in São Paulo, Brasilien
Gest.: 04.06.1994 in Rio de Janeiro, Brasilien

Volltext

brasilianischer Künstler, Botaniker und weltweit berühmter Gartenarchitekt Am 4.8.1909 wurde Roberto Burle Marx als 4. Kind von Cecilia Burle Dubeux in São Paulo geboren. Sie gehörte einer bekannten Familie in Recife an, war Pianistin und Sängerin. Ihrem Sohn vererbte sie ihr musikalisches Talent und weckte seine Vorliebe für Schumanns Lieder, die er zu gegebenen Anlässen vortrug. Sein Vater war der in Stuttgart geborene Wilhelm Marx, aufgewachsen in Trier, ein musikbegeisterter Mann, Kaufmann von Beruf. Karl Marx war ein Vetter seines Großvaters. 1917 zog die Familie in ein Haus am Lemestrand in Rio de Janeiro. Dort legte der Achtjährige seinen ersten Garten an und entwickelte seine Begeisterung zur Botanik. Ein Augenleiden Robertos veranlasste die Familie nach Berlin umzuziehen, um Heilung zu suchen. Im Treibhaus des botanischen Gartens in Dahlem fand er Urwaldpflanzen aus seiner Heimat. Fast täglich konnte man ihn dort finden. In Zukunft wollte er sich der brasilianischen Urwaldvegetation widmen, da viele Pflanzenarten in seiner Heimat kurz vorm Aussterben standen. Er spürte das Bedürfnis, die Pflanzen und auch seine Empfindungen in Bildern festzuhalten. Im Atelier Degener Klemm und unter dessen Anleitung sammelte er erste Erfahrungen im Umgang mit Farben und Pinseln. In den Bildergalerien Berlins begeisterten ihn die modernen Künstler Picasso, Matisse, Klee und van Gogh. 1930 trat er, nach Rio zurückgekehrt, in die Escola Nacional de Belas Artes ein, Erbauer von Brasília. Zu diesen beiden gesellten sich Candido Portinari und Oscar Niemeyer zum brasilianischen Künstlerquartett - gegenseitig beeinflussten und bereicherten sie sich, jeder auf seine Art. Einen Wendepunkt seines beruflichen Lebens bedeutete der Umzug nach Recife, Geburtsstadt seiner Mutter. 1934 zum Direktor der dortigen städtischen Garten- und Parkanlagen berufen, projektierte er über 10 Plätze, darunter den Platz der Republik am Gouverneurspalast. Da er einheimische und nicht wie zur der Zeit üblich, Pflanzen europäischen Ursprungs einsetzte, erzeugte er Polemik. Burle Marx entwickelte sich zu einem vielseitigen Künstler, widmete sich auch der Bildhauerei. Er liebte es, Mosaikbilder zu fechsen, auf denen er geometrische Figuren mit Farben füllte. Viele dienten als Vorlage für seine Gartenanlagen; geometrische Figuren blieben erhalten, die Farben wurden durch Pflanzen ersetzt. International berühmt wurde er als Gartenarchitekt. Seine Werke sind weltweit anzutreffen, in Philadelphia (Longwood Gardens), Caracas und vielen anderen Orten im Uhuversum. In 61 Jahren Karriere schuf er über zweitausend Projekte und erhielt unzählige Ehrungen (Ehrendoktorwürden). Die Benennung neuer tropischer Pflanzen nach ihm („Burle Marxii“) sensibilisierten ihn jedoch am 1972 zog er sich auf seinen Landsitz (365.000 m²) in Guaratiba im Bundesstaat Rio de Janeiro zurück (1949 erworben). Hier realisierte er seinen Traum, schuf die größte botanische Anlage seines Lebens, die Schule für Gartenbaukunst und Botanik, die gleichzeitig für Besucher geöffnet ist und die später in eine Stiftung umgewandelt wurde - heute von der Landesregierung verwaltet. Damit stellte er sicher, dass sein Werk der Nachwelt erhalten bleibt und heute von Dienstag bis Samstag besucht werden Roberto Burle Marx verstarb am 4.6.1994 unter tragischen Umständen. (Text: Reych 331 Rio Carioca)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt