Beschreibung
Abt, Franz
Titel: Franz, du mein herziges Kind
Reych: Nr. 55 Brunsviga (Braunschweig)
Geb.: 22.12.1819 in Eilenburg
Gest.: 31.03.1885 in Wiesbaden
Volltext
deutscher Komponist und Kapellmeister weiland Sasse des h.R. Wiesbadensia Franz Abt erhielt erste musikalische Ausbildung durch seinen Vater, einen Prediger, dem eine hohe Musikalität nachgesagt wurde. Nach dem Abitur studierte er Theologie und Musik in Leipzig, wo er Mendelssohn-Bartholdy zusammentraf. Kompositionen erschienen, es sollten insgesamt über 3.000 werden. Nach dem Tod seines Vaters musste Abt sein Studium abbrechen. Um seine Familie zu ernähren leitete er einen philharmonischen Verein und gab Klavierunterricht. Nach einer kurzen Tätigkeit als Kapellmeister in Bernburg kam er zum Aktientheater nach Zürich. Dort leitete er den Gesangsverein „Harmonie“, den ältesten und traditionsreichsten seiner Art in Zürich. Von 1845 an leitete er die Konzerte der allgemeinen Musikgesellschaft. Richard Wagner war sein Kapellmeister. Abt wurde zum Mittelpunkt des Züricher Musiklebens und sollte mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet werden. Dennoch zog es ihn 1852 als Musikdirektor an das Hoftheater Braunschweig. 1854 wurde er zum Hofkapellmeister ernannt. In den 30 Braunschweiger Jahren prägte Abt das Chorwesen aus, er gründete eine Singakademie, stand dem Braunschweiger Männergesangverein vor und war Generalgesangmeister bei den Festen des Bundes Norddeutscher Liedertafeln. Lieder wie „Abend ist´s geworden, Dunkel hüllt uns ein“, „Wenn ich ein Vöglein wär“ und „Wie könnt ich dein vergessen“ gehören heute noch zum festen Bestandteil von Chorvorträgen. Ein Höhepunkt seines Wirkens war die Aufführung von Wagners „Ring“. Konzerttourneen führten Abt nach England, Frankreich, Russland und 1872 nach Nordamerika, was ihm ein beachtliches Vermögen einbrachte. Ein Herzleiden zwang ihn, mit 63 Jahren seine Tätigkeiten einzustellen. In Wiesbaden, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte, wurde er Sasse der Wiesbadensia. Sein Rittername Rt. Franz, du mein herziges Kind ist an sein Lied „Gute Nacht, du mein herziges Kind“ entlehnt. Von seinem schlaraffischen Wirken ist nicht mehr viel überliefert, doch ist anzunehmen, dass Rt. Franz die Sippungen mit seinen Liedern bereichert hat. Seine Beerdigung im Jahr 1885 war einer der größten Trauerzüge der Stadt. Sämtliche Laternen auf dem Weg wurden mit schwarzem Stoff umhüllt, um dem Meister des deutschen Liedguts einen würdigen Abschied zu geben. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt