Reych Nr. 48

Jokai, Maurus

Unbekannt ·G-I

Beschreibung

Jokai, Maurus (Mor)
Titel: Aranyember
Reych: Nr. 48 Budapestia (Budapest)
Geb.: 18.02.1825 in Komárom
Gest.: 05.05.1904 in Budapest

Volltext

ungarischer Schriftsteller Jókai ist der größte Prosaschriftsteller der ungarischen Romantik. Er hat mit seinen Büchern ein breites Leserpublikum im heutigen Sinn des Wortes geschaffen, für das er bis heute der beliebteste Autor in Ungarn geblieben ist. Mór Jókai verbrachte seine farbige, bewegte und glückliche Kindheit in seinem Geburtsort Komorn. Sein Vater war ein angesehener Rechtsanwalt, ein Adeliger, doch gehörte er zur städtischen Intelligenz und nicht zu den ländlichen Gutsbesitzern, von denen allerdings viele zu seinen Verwandten, Klienten und Freunden gehörten und oft in seinem Hause verkehrten. Komárom mit den gepflegten Gärten und dem bedeutenden Donauhafen war damals Handelszentrum des Landes. Die Familie lebte in der Atmosphäre des optimistischen Liberalismus und des Sicherheits- und Überlegenheitsgefühls der protestantischen Aufklärung. In den Schulen, die Jókai besuchte, wehte bereits der erwartungsvolle radikal-liberale Geist der französischen Romantik und des jungen Europas, zugleich auch der Geist des Byron'schen Weltschmerzes. In diesem Geist begann er, kaum zwanzigjährig, mit einer Tragödie „Der Judenjunge", einem Roman „Wochentage“ und einigen Erzählungen seine schriftstellerische Tätigkeit nach einem Studium der Rechte. Der Erfolg war ungeteilt. In den Märztagen 1848 war er zusammen mit Petöfi Anführer der revolutionären Jugend in Pest, später Redakteur der Zeitschrift „Eletképek“, des Organs dieser Gruppe und vieler Zeitschriften. Der blauäugige junge Mann mit den feinen Manieren wurde überall mit Sympathie aufgenommen. An der Revolution nahm er, zwischen den gegensätzlichen Richtungen schwankend als Journalist und Redakteur teil. Zuerst Republikaner, trat er später für den Ausgleich mit der Dynastie ein. Nach der Revolution musste er sich eine Zeitlang verborgen halten und unter einem Pseudonym schreiben. Jókai war der geborene Journalist, aber nur ein gefühlsmäßiger Politiker. Er wirkte durch strahlende Rhetorik, mitreißendes Pathos und lyrische Untertöne. Begeisterung oder Entrüstung zu erwecken, verstand er wie kein anderer. Er verstand es auch mit beißender Ironie, treffenden Anekdoten, grotesken sprachlichen Einfällen, vielsagenden Andeutungen und derben Stilparodien, seine Gegner lächerlich zu machen. Jókai ist der volkstümlichste und fruchtbarste Schriftsteller der ungarischen Literatur. Seine zahlreichen Romane, Novellen und Humoresken zeichnen sich durch Phantasie, fesselndes Erzählertalent und Humor aus. Die Themen schöpfte er aus den Merkwürdigkeiten des Lebens und aus der Geschichte von 5 Erdteilen, den Vorzug gab er aber den Begebenheiten der jüngeren ungarischen Vergangenheit und den heimatlichen Landschaften. Am bekanntesten sind: „Ein ungarischer Nabob", „Zoltán Kárpathy", „Der neue Gutsherr", „Und sie bewegt sich doch", „Schwarze Diamanten", „Der Roman des kommenden Jahrhunderts", „Der Goldmensch" und „Die Dame mit den Meeraugen". Seine Werke sind zum größten Teil ins Deutsche (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt