Reych Nr. 329

Zimmermann, Dominikus

Unbekannt ·V-Z

Beschreibung

Zimmermann, Dominikus
Titel: Rokoko
Reych: Nr. 329 Wilhaim (Weilheim)
Geb.: 30.06.1685 in Wessobrunn
Gest.: 16.11.1766 in Wies

Volltext

deutscher Baumeister Aus dem Klosterdorf Wessobrunn bei Weilheim sind während der Barockzeit mehr als 600 namentlich bekannte Baumeister und Stuckierer hervorgegangen; bei einigen von diesen Meistem, die als „Wessobrunner“ in bestem Ruf standen, hat Dominikus seine Ausbildung erhalten. Nach bescheidenen Anfangen als Scagliola-Stuckierer zu Füssen im Allgäu entwickelte Zimmermann eine neue Art des künstlichen Marmorierens - eine wesentliche Technik für Barockbauten, in denen ja fast ausschließlich Kunstmarmor verbaut wurde. Mit Arbeiten in der Sankt-Idda-Kapelle in Fischingen, Kanton Thurgau, begründete er seinen Ruf bei Klöstern. Gute Aufträge ermöglichten ihm, sich als Baumeister in der bayerischen Stadt Landsberg niederzulassen. Über die damalige Landesgrenze hinweg wurde er zum begehrten Gestalter bei schwäbischen Stiften und Klöstern. Die Reichskartause Buxheim bei Memmingen, die Dominikanerinnenklöster Maria Medingen, Schwäbisch Gmünd und Sießen, das Rathaus und die Kirchenbauten in Landsberg sind noch in herkömmlichem Stil aufgeführt. Der große stilistische Wandel, eine scheinbare Auflösung der räumlichen Grenzen, gelang Dominikus Zimmermann mit der Wallfahrtskirche Steinhausen bei Biberach. Eine weitere und recht kühne Neuerung riskierte der Meister mit einem stuckierten Holzgewölbe in der Frauenkirche Günzburg. Diese beiden Bauten zeigten dem Rokoko Möglichkeiten auf, alle Erdenschwere vergessen zu Das berühmteste Kleinod des Rokoko schuf Dominikus Zimmermann selber mit der Wallfahrtskirche in der Wies. Zusammen mit seinem Bruder Johann Baptist gestaltete er 1745 bis 1754 diesen weltberühmten Kirchenbau. Hierher verlegte er seinen Alterssitz, der auch sein Sterbeort wurde. Sowohl Zimmermanns Geburtsort Wessobrunn als auch sein Sterbeort liegen in den Gemarkungen des Reyches Wilhaim, das ihn zu seinem 300. Geburtstag zum Ehrenschlaraffen erkürt hat. (Text: Rt. Udobar (329))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt