Beschreibung
Fischer v. Erlach, Johann Bernhard
Titel: Kuppelbauer
Reych: Nr. 24 Vindobona (Wien)
Geb.: 20.07.1656 in Graz
Gest.: 05.04.1723 in Wien
Volltext
österreichischer Baumeister Seine Ausbildung genoss der aus der Tiroler Bildhauerfamilie Schor stammende Baumeister in den Jahren 1670 - 1686 in Rom. Seinen ersten architektonischen Auftrag erhielt er vom Erzbischof von Mit seiner Verbindung von antiken und barocken Formelementen wurde er bald berühmt; so arbeitete er für den Hochadel Wiens und prägte in Rivalität mit dem Baumeister Lukas von Hildebrandt mit seinem „Reichsstil" das Bild der Hauptstadt. Als Architekturlehrer des Thronfolgers Joseph I. trat er in Verbindung zum Kaiserhaus, baute ab 1695 Schloss Schönbrunn und die Karlskirche in Wien. 1705 mit der Oberaufsicht über alle kaiserlichen Bauten beauftragt, wurde er zum Begründer der spätbarocken deutschen Architektur. Zahllose Werke, u. a. die Kollegienkirche in Salzburg, 1696 - 1707, die Hofbibliothek in Wien, ab 1721, das schon zum Klassizismus neigende Palais Trautson in Wien, 1710 - 1712, gehören zu jenen Werken des großen Baumeisters, die heute noch zu bestaunen sind. Unbestreitbar ist, dass die oben erwähnten Bauwerke seine bekanntesten sind, doch gibt es auch solche, die in Beschreibungen unberücksichtigt bleiben, wenn es um Aufzählungen geht, so z. B. die Häuserreihe Wipplinger Straße 7, Jordangasse, Judenplatz, Fütterergasse. Der Bau geht zwar nur zum Teil auf Fischer von Erlach zurück, wurde aber architektonisch von ihm bestimmt. Eine zwanzigachsige Fassade in der Wipplinger Straße ist von einer einheitlichen Wirkung. Sehr interessant sind die östlichen Achsen, die außer der letzten und der Fassade zur Jordangasse von ihm geschaffen wurden. Ein zentraler dreiachsiger Mittelrisalit mit Dreieckgiebel, dreiachsigem Portal mit Hermen sowie die Fenster des Hauptgeschosses mit reichen Ädikulen und Skulpturen von Lorenzo Mattielli kennzeichnen diesen Baukomplex. Eine Ergänzung nach Westen hin, Richtung Ringstraße, erfuhr dieser Bau, als nach seinen Vorstellungen ein neunachsiges Gebäude, ebenfalls mit dreiachsigem Mittelrisalit mit Dreieckgiebel, in Richtung Hoher Markt und eine Erweiterung und Fassade zur Jordangasse entstand. Die Bedeutung seiner Werke ist um so größer, als er erstmals in Österreich ein Fassadenschema des palladianischen Klassizismus einführte, verschmolzen in selbstständiger Weise mit französischen und italienischen Hochbarock-Motiven. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt