Reych Nr. 291

Dix, Otto

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Dix, Otto
Titel: Anti Mars
Reych: Nr. 291 Geraha (Gera)
Geb.: 02.12.1891 in Gera
Gest.: 25.07.1969 in Singen

Volltext

deutscher Maler Am 2. Dezember 1891 wird Wilhelm Heinrich Otto Dix in Gera Untermhaus geboren. Als Arbeiterkind gab es für seine persönliche Entwicklung nur begrenzte Möglichkeiten, doch ein gnädiges Schicksal wollte es, dass der Junge schon in der Volksschule seinem Zeichenlehrer Schunke durch sein Talent auffiel. Dekorationsmaler lernte er vorerst, und sein Lehrmeister, ein gewisser Herr Senff, bezeichnete ihn als „Schmierer“. 1909 beginnt mit einem Stipendium des Fürsten Reuß. Lehrer Schunke hatte es für ihn erwirkt, endlich die künstlerische Laufbahn an der Kunstgewerbeschule in Dresden. Er malt Landschaften, Portraits, Selbstbildnisse, lernt bedeutende Künstler kennen und entdeckt van Gogh und Nietzsche für sich, die sein Leben und Arbeiten wesentlich bestimmen werden. Seine Kriegsbegeisterung (Selbstbildnis mit Mars /1915) wird ihn mitten hineinführen in den Krieg . Er wird den Krieg mitmachen müssen von Anfang bis Ende, und seine weiter künstlerische Arbeit wird bestimmt sein von der Verarbeitung der Kriegserlebnisse. Seine Position zum Krieg fasst er nun in den Worten zusammen: „Der Krieg ist etwas so Viehmässiges!“ Als Meisterschüler, nunmehr bei Feldbauer und Gussmann, dessen Nachfolger er später werden wird, arbeitet er intensiv an den Bildern „Die Kriegskrüppel“ (1920), „Prager Straße“ (1920), „Schützengraben“ (1920/23) und den Grafiken und Radierungen der Folge „Der Krieg“ (1923/24). 1925 siedelt Otto Dix nach Berlin über und wird besonders erfolgreich mit repräsentativen Bildnissen, die im Stil der alten Meister (Dürer, Pinturiccio) gemalt sind. Selbstverständlich fehlen auch nicht Selbstbildnisse, Bilder der Eltern (zwei 1921/1924) und Bilder der eigenen Familie. Er hat sich nicht vor den politischen Karren spannen lassen. Doch gerade die politische Öffentlichkeit nimmt zunehmend Anstoß an seiner Kunst. Die veristische Darstellungsweise ist es, die die braven Bürger und die wilden Politiker ebenso auf den Plan rief wie die schonungslose Kritik am Krieg. Man entlässt ihn aus der Akademie, er verliert seine Professur (1933). Wehrkraftzersetzung wirft man ihm vor, und Hitler meint angesichts seiner Bilder, dass es schade sei, „dass man diese Leute nicht einsperren kann“. Einsperren kann man ihn nicht, aber seine Bilder verbrennen – und die brennen 1939 im Hof der Feuerwache Berlin. Bereits 1933 war Dix nach Randegg / Singen umgesiedelt, und als das Haus in Hemmenhofen am Bodensee fertig gestellt ist, wird dieses Haus seine letzte Zuflucht. Auch innerlich geht der Künstler in die Emigration, und im Stil der alten Meister malt er wunderbare Landschaftsbilder („Elbsandsteingebirge“, „Große Lärche“). Und er malt zwischen 1934/36 das Bild „Flandern“, welches die Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg abschließen wird. 1945 wird der 54-jährige zum Landsturm einberufen und gerät in Gefangenschaft. Mit seiner Heimkehr kommt es auch zur Abkehr von der Malweise der alten Meister, denn er bevorzugt nun die Primamalerei. Vorwiegend religiöse Themen sind es, mit denen er versucht, seine Ideen und Gedanken zu verbreiten. Ganz besonders steht dabei die Figur des Christopherus im Mittelpunkt. Dem alternden Künstler werden zahlreiche Ehrungen zuteil: 1959 das Bundesverdienstkreuz und 1966, 75 Jahre alt, wird er Ehrenbürger der Stadt Gera. (Text (gekürzt): Rt. El Tinto (291))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt