Beschreibung
Flaischlen, Cäsar Dr. (auch Stuart, Cäsar)
Titel: Jost Seyfried
Reych: Nr. 268 Am Stauffen (Göppingen)
Geb.: 12.05.1864 in Stuttgart
Gest.: 16.10.1920 in Gundelsheim
Volltext
deutscher Dichter, Journalist und Schriftsteller Bundespräsident Theodor Heuss hat ihm ein Denkmal gesetzt, „diesem Poeten des heiteren Glanzes und der reinen Rhythmen, dem die Gleichsetzung von Dichtertum und Menschentum eine entscheidende Parole bedeutet." Noch im ersten Weltkrieg gehörten seine Gedichte und Romane zur Haupt-Schützengraben-Lektüre, und unseren Vätern und Großvätern galt er als einer der größten Dichter deutscher Zunge. Heute ist er fast vergessen. Nach Schule und Buchhändlerlehre arbeitete der in Stuttgart geborene Cäsar Fiaischlen in Brüssel und in Bern, studierte in Berlin, Heidelberg und Leipzig. Als Dr. phil. zog er 1891 nach Berlin. Dort redigierte er von 1895 - 1900 die Kunstzeitschrift „Pan“. Es ist seine eigene und besondere Leistung, mit „Pan“ die moderne und anspruchsvolle Kunstzeitschrift für Deutschland geprägt und durchgesetzt zu haben. Eine zeitgenössische schwäbische Literaturgeschichte hat zum Berlinaufenthalt und auch sonst zu Flaischlen folgendes zu vermerken: „In Berlin hat er sich den herrschenden Strömungen in die Arme geworfen. Doch verleugnet er in seinem literarischen Schaffen sein Schwabentum nicht ganz, hat er sich doch mehrfach mit schwäbischer Literaturgeschichte beschäftigt und ein Bändchen schwäbischer Dialektpoesie auf den Markt gebracht. Bei entschiedenem Talent und hohem Streben lässt er zu sehr die Festigkeit und Ruhe, Sicherheit und Reife des fertigen Künstlers vermissen." Seine Mundartgedichte sind in den Bändchen „Vom Haselnußroi" und „Von drhoim ond draußa" gesammelt. Sein bekanntestes Gedicht „Hab Sonne im Herzen" werten heute Kritiker als „Lyrischen Slogan der Epoche des Plüschs und der wilhelminischen Pickelhaube." Doch hat er auch Bleibendes geschaffen wie „Das Lied von der letzten Rose" oder „Wassergang". Sein Roman in Brief- und Tagebuchblättern „Jost Seyfried" fand viele begeisterte Leser. Seine Werke sind in sechs Bänden nach seinem Tod erschienen. Er starb im Sanatorium Hornegg in Gundelsheim und ruht in einem Ehrengrab auf dem Stuttgarter Pragfriedhof. (Text: Rt. Rambas (268))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt