Beschreibung
Drozdowski, Georg von
Titel: De Lyrikus
Reych: Nr. 126 Claudium Forum (Klagenfurt)
Geb.: 21.04.1899 in Czernowitz
Gest.: 24.10.1987 in Klagenfurt
Volltext
österreichischer Schriftsteller Weiland Sasse des H.R. Claudium Forum Georg Drozdowski wurde im Jahre 1899 in der damaligen Hauptstadt der Bukowina („Buchenland“), dem östlichsten Herzogtum der alten Österreichisch-Ungarischen Monarchie, geboren. Sein Vater war österreichischer Offizier polnischer, die Mutter französischer Abstammung. Drozdowski ist mehrsprachig aufgewachsen, empfing jedoch die damals in gehobenen bürgerlichen Schichten übliche sorgfältige Ausbildung und Erziehung in deutscher Sprache. Er maturierte 1917 in Wien, kehrte aber nach dem Ersten Weltkrieg in seine inzwischen zu Rumänien gekommene Geburtsstadt zurück, die er 1940, als Czernowitz sowjetisch wurde, verlassen musste. Die Jahre bis 1945 verbrachte er in Wien, im Kriegsdienst als Oberfeldwebel der Luftwaffe, zuletzt in Agram (Zagreb). Das Kriegsende führte ihn nach Klagenfurt, was seine neue Heimat wurde. Zunächst übte er den Beruf eines Bankbeamten aus, hatte aber schon früh künstlerische Neigungen, war vorübergehend Dramaturg und wirkte bei den „Czernowitzer Kammerspielen“ mit; ein Engagement am Hermannstädter Landestheater schlug er aus familiären Gründen aus. Seit 1930 ist seine berufliche Tätigkeit hauptsächlich eine journalistische, hauptsächlich Literatur- und Theaterkritik; nach 1945 war er Kulturredakteur bei der Klagenfurter „Volkszeitung“ und erhielt für seine vielfältigen Tätigkeiten mehrere Auszeichnungen (u.a. den Titel „Professor“ 1965, Nikolaus-Lenau-Preis 1957, Würdigungspreis des Landes Kärnten 1979, Ehrengabe des Alexander-Gryphius Preises 1982). Sein erstes literarisches Werk erschien in seiner Heimatstadt 1934 („Gedichte“), erst seit 1957 veröffentlichte er wieder Lyrik (in zehn Sammlungen), darunter auch Heiteres („Gottes Tiergarten ist groß – Lyrischer Unfug“ 1959). Seit den dreißiger Jahren entstanden aus seiner Feder Kurzgeschichten (u.a. „Militärmusik – Geschichten in Dur und Moll“ 1967, „Damals in Czernowitz – Erinnerungen eines Altösterreichers“ 1984), kulturgeschichtliche Sachprosa und seit 1940 auch Übersetzungen aus dem Rumänischen und Polnischen. Er wirkte auch als Dramatiker, u.a. verfasste er mehrere Hörspiele (z.B. „Martinslegende“), bemerkenswert ist auch die Einakterfolge „Spuk und Spiel“ (Uraufführung 1947). „Drozdowski ist der Typus des ironisch-witzig oder ernsthaft-weltanschaulichen Schriftstellers in allen von ihm gepflegten Gattungen: jeweils aktuell-zeitgenössische Betrachtungen wechseln mit betrachtenden Erinnerungen“ – so charakterisiert ihn der Wiener Germanist Herbert Zeman (in der Kulturzeitschrift „Fidibus“ 12/1984, S. 88). Er setzt beste österreichische Erzähltradition fort, die die Vielfalt seiner Heimat widerspiegelt. Daher wird er heute in der Bukowina bzw. in Czernowitz als großer Sohn verehrt, hat er ihr doch in „Damals in Czernowitz“ ein unvergängliches Denkmal gesetzt – und gleichzeitig die österreichische Literatur bereichert, die immer schon ihre unverkennbaren Eigenarten in der gesamtdeutsch(sprachig)en Literatur hatte. Das Reych Claudium Forum schreibt über ihn in seiner Festschrift zum 100-jährigen Reychsjubiläum: „Nicht weniger als 64 schlaraffische Jahrungen erlebte Rt. De Lyrikus, der a.U. 91, infolge der Kriegswirren nach Kärnten gekommen, in Claudium Forum sesshaft wurde. A.U. 64 hatte er das Licht Schlaraffias in der h. Pruthana (169) erblickt, wo er etliche Jahre den Thron zierte; in unserem Reyche sollte er dies für weitere 20 Jahrungen als OK tun. De Lyrikus, als „Tornisterkind“ am 21. April 1899 als GEORG VON DROZDOWSKI in Czernowitz geboren, wuchs in einer Stadt auf, in der zahlreiche Völker ihre kulturelle Eigenart pflegten, in einer Umgebung, die typisch für Altösterreich war. Dort erwarb der junge Bankbeamte jene über den Dingen stehende humane Haltung, die mit einer starken komödiantischen Begabung verschmolz und sich als menschliche Wärme, hintergründiger Humor und feiner, nie verletzender Witz manifestierte. In Kärnten wirkte De Lyrikus als Kulturredakteur, Lyriker und fruchtbarer Literat auf vielen Gebieten. Er wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet: 1957 mit dem Lenau- und 1965 mit dem Theodor-Körner-Preis. Seine Begabung als Schauspieler, der er seinem Beinamen „der Moissierende“ verdankte, kam bei manchen Sippungen zum Tragen. Am 24.X. a.U. 128 ritt er als Senior unseres Reyches gen Ahall. Der Großkristall zum Großursippenorden wurde ihm posthum verliehen. Das Reych erhob ihn am 13.I. a.U. 129 zum Ehrenschlaraffen." (Text (gekürzt): Rt. Iwan (126) / 100 Jahre Claudium Forum)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt