Reych Nr. 318

Fröhlich, Josef

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Fröhlich, Josef
Titel: Traun-Schalk der fröhliche Hoftaschenspieler
Reych: Nr. 318 Aquae Salis (Bad Aussee), erk. 16.11.153
Geb.: 18.02.1694 in Altaussee
Gest.: 24.06.1757 in Marienmont

Volltext

Hofnarr am Hofe August des Starken Sein Leben verlief abwechslungsreich bis turbulent. Schon die Taufe am 18.2. 1694 verlief erlebnisreich. Josef war ein lediges Kind, sein Vater ein herumziehender Leinenweber, der vor Josef Fröhlichs Geburt starb. Fröhlich erlernte das Müller- und Bäckerhandwerk. Der Wandertrieb erfasste ihn und so kam er besonders in Deutschen Landen viel herum, arbeitete bei vielen Müllern und brachte es bis zum Mühleninspektor. Aber immer mehr war es das Treiben auf den Jahrmärkten, das ihn magisch angezogen hat. Das Leben der Gaukler… Fröhlich war Autodidakt. Er las sehr viel, übte auch bald das „Handwerk“ eines Zahnbrechers aus und verdiente sich so Geld zum Überleben. Bald jedoch gab er auch seine Kunststücke und Zaubereien zum Besten. So kam er als Hofnarr nach Bayreuth, heiratete eine Köchin (Ursula) aus dem Zillertal. Sie schenkte ihm 2 Kinder (Sophie u. Jakob) An den Folgen der Geburt des 2. Kindes starb sie. 6 Wochen später heiratete er sozusagen das „Kindermädchen“ (Eva). Sie schenkte ihm Sohn Franz. Josef übersiedelte mit seiner Familie nach Dresden. Er wurde dort „Königlich-Fürstlicher Hoftaschenspieler“ bei August dem Starken, später auch bei dessen Nachfolger Friedrich August II. Er wurde vermögend und baute an der Elbbrücke mit „Klein Moritzburg“ ein Zinshaus für seine Frau. 1754 erhielt er die Hofmühle „Marienmont“ bei Warschau mit Schenke u. Ländereien, die er in der Folge mit seinem Sohn Jakob betrieb. 1757 starb Fröhlich in „Marienmont“ während eines Streitgespräches mit Brühl (Ministerpräsident) „O, du armer Narr....!“ Zeit seines Lebens hat Fröhlich aber in besonderer Weise seine Wurzeln gepflegt, die im Ausseerland waren. Er erwarb die Steinmühle über einen Mittelsmann, schickte seinen Sohn Jakob mit 14 Jahren zum Vetter Gatterer um das Müllerhandwerk zu erlernen. 18 Monate später folgt Tochter Sophie nach Aussee um im vornehmen Haus des Salzkämmerers Wolf Haushalt und „Anstand“ zu erlernen. Sie heiratete einen Gerichtsschreiber aus Laufen. Fröhlich ließ auch sein Testament beim Markt- und Landesgericht Aussee hinterlegen. Und die Zweitschrift seines „Politischen Kehraus“*, in dem er mit geschliffenem Witz scharf, aber auch sehr tiefgehend, die korrupten Zustände am Hofe in Dresden aufgezeigt hatte, verwahrte er in einem Zinngemäß in einem aufgelassenen Stollen in Altaussee. Dem Sohn Franz - Leutnant und später Kapitän im Ingenieurkorps - war es vorbehalten, diese Zweitschrift zu „heben“ und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für uns ist er aus diesen Erkenntnissen heraus ein kluger Schalk, der hier sehr verwurzelt geblieben ist. Und so sind wir hier im h. R. „Aquae Salis“ zum Schluss gekommen, dass unser neuer Ehrenschlaraffe den Namen Traun-Schalk der fröhliche Hoftaschenspieler tragen soll! (Text: Rt. Anglesius (318))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt