Reych Nr. 2

Fontane, Theodor

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Fontane, Theodor
Titel: Beer von Ribbek
Reych: Nr. 2 Berolina (Berlin)
Geb.: 30.12.1819 in Neuruppin
Gest.: 20.09.1898 in Berlin

Volltext

deutscher Apotheker und Schriftsteller Theodor Fontane entstammt einer alten Hugenottenfamilie. Ursprünglich war er, wie sein Vater, Apotheker, zunächst in Leipzig und ab 1842 in Berlin. Aber infolge seiner literarischen Interessen und seiner Begeisterung für die nationale Einheit widmete er sich seit 1849 ausschließlich der Schriftstellerei. Er unternahm große Reisen nach England und Schottland, wurde Mitarbeiter der „Kreuzzeitung" und später der „Vossischen Zeitung" in Berlin von 1860 - 1870 und Theaterkritiker. Er gilt als Bahnbrecher des modernen psychologischen Romans. 1870 geriet er als Kriegsberichterstatter in französische Gefangenschaft und wurde erst auf Bismarcks Intervention freigelassen. 1876 schlug er eine ihm angebotene Geheimrats-Karriere aus, um als freier Schriftsteller zu arbeiten. Seine traditionellen Gedichte und Balladen behandelten historische Themen wie „Archibald Douglas", „John Maynard" und volkstümliche Gestalten wie „Herr von Ribbek" und „Der alte Zieten". In den späteren realistischen Erzählungen und kritischen Gesellschaftsromanen schilderte er den Zerfall von überholten und fragwürdig gewordenen Ehr- und Standesbegriffen des etablierten Adels am Beispiel persönlicher Schicksale: „Irrungen und Wirrungen" (1888), „Effie Briest" (1895). Autobiographische Züge trägt der Altersroman „Der Stechlin" (1899) mit der humorvollen und selbstironischen Figur des Titelhelden. Fontanes Kunst des Dialogs, sein christlicher Sozialismus und sein, wenn auch skeptischer, Humanismus hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des europäischen Gesellschaftsromans. Zu seinen weiteren Werken gehören U. a. die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg" (1862 - 1882), „Die Poggenpuhls" (1896) und „Vor dem Sturm“ (1878). (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt