Beschreibung
Flotow, Friedrich Freiherr von
Titel: Stradella
Reych: Nr. 121 Tarimundis (Darmstadt)
Geb.: 26.04.1812 auf Gut Teutendorf
Gest.: 24.01.1883 in Darmstadt
Volltext
deutscher Komponist Er entstammte einer alten Mecklenburgischen Adelsfamilie, die auf dem Rittergut Teutendorf sesshaft war. Nach dem Willen seines Vaters sollte er eigentlich Verwaltungsbeamter werden, aber er setzte seinen eigenen Willen durch, sich der Musik zu widmen und ging 1828 nach Paris, wo er bei Reicha Musik studierte. 1839 erzielte er seinen ersten größeren Erfolg mit seiner Oper „Le naufrage de la Méduse" (auch unter dem Titel „Die Matrosen"). Im gleichen Jahr griff er in selbstloser Weise seinem jungen, noch unbekannten Kollegen Jaques Offenbach unter die Arme, indem er mit ihm gemeinsam kleine Stücke für Violoncello und Klavier komponierte, die sie zusammen in den wichtigsten Pariser Soireen aufführten. 1844 wurde in Hamburg unter allgemeinem Beifall Flotows Oper „Alessandro Stradella" uraufgeführt, der das romantische Leben des Opern-Komponisten Stradella (1642 - 82) zugrunde lag. Dieses Werk war u.a. auch in Wien so erfolgreich, dass die Wiener Hofoper den Komponisten mit einem neuen Werk beauftragte. Dies war die Oper „Martha“, die 1847 in Wien uraufgeführt wurde und einen geradezu sensationellen Siegeszug durch ganz Europa antrat. So wurde an seinem 70. Geburtstag in Wien die 500. Vorstellung der „Martha“ gegeben! In diesem Werk kümmerte sich Flotow zwar nicht um die damals fortschrittlicheren Opernbestrebungen, doch ist diese Oper dank ihrer graziösen Rhythmik und ihrer eingängigen, eleganten Melodien noch heute beliebt. Von 1855 bis 1863 war Flotow Kammerherr und Hoftheaterintendant in Schwerin. Mit späteren Werken konnte er an den großen Erfolg seiner Oper „Martha" nicht mehr anknüpfen. 1863 kehrte er wieder nach Paris zurück, zog aber 1869 nach Wien. Flotow verstarb 1 Jahr nach seinem 70. Geburtstag. Sein Grab befindet sich in unmittelbarer Nähe der Grabstätte von Graf Gleichen im alten Friedhof in Darmstadt. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt