Beschreibung
Eminescu, Mihail (auch Eminovici, Mihail)
Titel: Nirvana
Reych: Nr. 259 Villa Bucuriana (Bukarest)
Geb.: 15.01.1850 in Ipotesti,
Gest.: 15.06.1889 in Bukarest
Volltext
rumänischer Schriftsteller und Dichter Seine Wiege stand in Ipotesti bei Botosani an der Moldau. Er wurde als 7. Kind eines Kleinadeligen geboren, besuchte die deutsche Schule und 2 Klassen Gymnasium in Czernowitz. Mit 14 Jahren lief er von daheim fort, um Souffleur bei einer Wanderbühne zu werden und begab sich auf Wanderschaft durch alle rumänischen Provinzen. Kurzfristig war er auch Schreiber am Amtsgericht in Botosani und besuchte erneut für 1 Jahr die Schule in Czernowitz. 1869 hatte er das Umherstreifen satt und begann ein Studium der Philosophie und Philologie in Wien, das er von 1872-74 in Berlin fortsetzte. Innerlich reifer geworden interessierte er sich für Geschichte, Nationalökonomie und Medizin und erwarb sich auf diese Weise eine recht beachtliche Allgemeinbildung. Einen von Maiorescu angebotenen Lehrstuhl für Philosophie lehnte er ab, um wieder in seine Heimat zurückzukehren. 1874-76 war er als Bibliothekar und Schulinspektor in der Universitätsstadt Jassy und von 1877-83 als Schriftleiter der konservativen Zeitung „Timpal" tätig. In dieser Zeit entfalten sich seine schriftstellerischen und dichterischen Fähigkeiten, die ihn zum größten rumänischen Lyriker werden lassen, der seinem Lande auf dem Gebiet der Literatur Weltgeltung verschafft hat. Sein Nachlass gab Aufschluss über seine großartigen Pläne, von denen er in seinem kurzen Leben nur einen Bruchteil realisieren konnte. Er schuf etwa 70 Gedichte, einige 100 politische Artikel, Essays und Meditationen sowie einige Märchen und philosophische Erzählungen. meisterhaften faszinieren unnachahmlichen Wohllaut. Sie sind teils volkstümlicher Art, wie „Doina" und „Warum wiegst du dich, o Wald" und teils lyrischer Art, wie „Blaue Blume" und „Einsamkeit". In seinen philosophischen Erzählungen spürt man eine starke Beeinflussung von Kant und Schopenhauer. Die Vorstellung von der Welt als Schein, die quälende Frage nach dem Endsinn des Seins prägten sein Schaffen und ließen ihn von einem „Nirwana" träumen. Seine bekanntesten Werke sind „Mortua est", „Glossa“, „Abendstern", „Satiren“, „Epigonen“ und „Der arme Dionis". 1883 begann eine geistige Umnachtung. Mehrere Aufenthalte in Heilanstalten brachten jedoch nur vorübergehende Besserung seines Leidens, .an dem er schließlich in Bukarest verstarb. Es gibt glücklicherweise deutsche Übersetzungen von Carmen Sylva und Mite Kremnitz: „Rumänische Dichtungen". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt