Beschreibung
Debussy, Claude Achille
Titel: Pelléas
Reych: Nr. 324 Lulucerna (Luzern)
Geb.: 22.08.1862 in Saint-Germain-en-Laye
Gest.: 26.03.1918 in Paris
Volltext
französischer Komponist Er ist der französische Meister einer Epoche, die in Deutschland vom Glanz des Namens Richard Strauss überstrahlt ist. Ihm schwebte eine Tonkunst vor, die dem malerischen Impressionismus in der Verfeinerung von Farbe und Klang entsprechen sollte. Auch den Dichtem seiner Zeit, wie Baudelaire, Verlaine und Mallarmé fühlte er sich verwandt. In einem solchen weiteren Zusammenhang hineingedacht, repräsentiert sein Schaffen die Geistes-Kultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit ihren Untergangsstimmungen. Er kam bereits sehr früh, nämlich mit elf Jahren, an das Pariser Konservatorium. 1884 erhielt er den Rompreis. Nach seiner Rückkehr aus Italien befreite er sich von den Fesseln der Tradition seines Landes und von dem übermächtigen Einfluss von Richard Wagner. Nach tragischem Kräfteverfall, der seine Schaffensenergie lange vor dem Tode lähmte, starb er mit 56 Jahren - ein „Musicien francais" - wie es schlicht, aber stolz und treffend auf seinem Grabstein heißt. Man streitet sich, ob Debussy eine große Erscheinung gewesen sei, oder ob er mehr das Interessante einer kulturellen Situation spiegelt, ob er nur die Sensibilité eines im allgemeinen kunstfremden und kunstfeindlichen technischen Zeitalters in traumhafter Schönheit darstellt. Die Geschichte wird es In jedem Falle offenbaren seine Werke noch heute eine geniale klangschöpferische Phantasie und eine musikalische Sensibilität von wunderbarer Schönheit. Ihm lag an der Freiheit und Unabhängigkeit des Schaffens, einen erzieherischen Auftrag empfand er nicht. In die Zeit der Wende zum typischen Eigenstil des Meisters fallt seine Begegnung mit dem Schauspiel „Pelleas und Melisande'' von Maeterlinck. Er beschließt sofort, das Stück zu vertonen, aber erst 10 Jahre danach gelingt ihm endlich die Vollendung der Partitur. Das schwer zugängliche Werk wird heute nicht oft gespielt, ist aber nie ganz aus dem Repertoire der großen Opernhäuser verschwunden. Debussy hat die Dichtung seines flämischen Altersgenossen Maeterlinck unverändert übernommen, er hat auch, obwohl Maeterlinck es nicht zugeben wollte, den Welterfolg des „Pelleas" verursacht, den dieses nervenzarte Stück sonst wohl kaum gefunden hätte. Bedeutend im Sinne der vollen, reinen Entfaltung seines Stils ist sein Streichquartett in g-moll, auch die Fantasie für Klavier und Orchester, „Berceuse héroiqué" und die Rhapsodie „Danses“ u.a., aber nicht zuletzt auch seine 4 Orchesterwerke „Prelude", „Nachmittag eines Faun", „Nocturnes", „La Mer" und „Images" sind Perlen seines Schaffens. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt