Reych Nr. 223

Fraunhofer, Joseph von

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Fraunhofer, Joseph von
Titel: Spektrum
Reych: Nr. 223 Strubinga (Straubing), erk. 28.01.155
Geb.: 06.03.1787 in Straubing
Gest.: 07.06.1826 in München

Volltext

deutscher Optiker und Physiker Fraunhofer zählt zu den herausragenden Forschern des frühen 19. Jhd, gilt als der Begründer der wissenschaftlichen Methodik im Bereich der Optik und Feinmechanik, als Begründer der deutschen Präzisionsoptik und als erfolgreicher Unternehmer. Geboren wurde Fraunhofer am 6. März 1787 als elftes Kind einer Straubinger Glaserfamilie. Mit 11 Jahren Vollwaise kam er in die sechsjährige Spiegelschleiferlehre zum Hofspiegelmacher und „Ziraten Glasschleifer“ Philipp Anton Weichselberger nach München. Von entscheidender Bedeutung für Fraunhofers weiteres Leben wurde 1801 der Einsturz des Hauses seines Lehrmeisters, bei dem er verschüttet und im Beisein des Kurfürsten und späteren Königs Max I. Joseph sowie des Geheimen Rats Joseph von Utzschneider lebend gerettet wurde. Man nahm sich seiner an, förderte ihn finanziell wie schulisch, sodass Fraunhofer seine Lehrzeit abkürzen konnte. 1806 trat er als Optiker in die optische Abteilung des mathematisch mechanischen Instituts von Joseph von Utzschneider, Georg von Reichenbach und Joseph Liebherr in München ein. Utzschneider als Kapitalgeber und Reichenbach als genialer Erfinder und Ingenieur fertigten optische Geräte für die Bedürfnisse der modernen Landesvermessung. 1807 nach Benediktbeuern verlegt, baute Fraunhofer ein Glaszentrum auf. Er entwickelte fertigungstechnische Verfahren und wissenschaftliche Methoden zur Berechnung der Objektive und deren Qualitätskontrolle. Fraunhofer rückte 1814 in die Geschäftsleitung auf, war allein für die Herstellung optischer Gläser verantwortlich und neben Utzschneider gleichberechtigter, am Gewinn beteiligter Gesellschafter der Firma, die durch Verbesserungen der Glasherstellung, der Perfektionierung des optischen Instrumentenbaus mittels standardisierter Herstellungsmethoden Fernrohre, Ferngläser, Mikroskope, Lupen und astronomische Fernrohre in einer bis dato unerreichten Qualität herstellte. Basierend auf Selbststudium und beruflich handwerklicher Erfahrung beeinflusste Fraunhofer mit seinen praxisbezogenen Untersuchungen der Brechung und Beugung des Lichtes das physikalische Wissen nachhaltig. 1817 ernannte ihn die Bayerische Akademie der Wissenschaften nach Vorlage seiner wissenschaftlichen Arbeiten zum korrespondierenden und 1821 zum außerordentlichen Mitglied. 1822 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Er langen, 1823 wurde er zum besoldeten Professor und 2. Konservator des Physikalischen Kabinetts der Akademie ernannt und hielt bis zu seiner Erkrankung im Herbst 1825 viel besuchte Vorlesungen. Er gehörte verschiedenen akademischen Gesellschaften an und wurde 1824 in den persönlichen Adelsstand erhoben. Der ständige Umgang mit giftigen Chemikalien hatte seine immer schon schwache Gesundheit angegriffen. Mit nur 39 Jahren verstarb Fraunhofer am 7. Juni 1826 an Lungentuberkulose und erhielt ein von der Stadt München gestiftetes Ehrengrab. Denkmäler, Gebäude und nach ihm benannte Straßen in Straubing und München sowie die Fraunhofer-Gesellschaft, die in Straubing eine Projektgruppe betreibt, gelten dem Wissenschaftler. (Text: Rt. Museo (223), DSZ 02/155)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt