Reych Nr. 39

Folz, Hans

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Folz, Hans
Titel: Kargenspiegel
Reych: Nr. 39 Wormatia (Worms)
Geb.: 1435 / 1440 in Worms
Gest.: 01.1513 in Nürnberg

Volltext

deutscher Meistersinger Hans Folz war ein geschätzter Meistersinger und „Geschworener Meister der Wundarzneikunst". Er hat religiöse Lieder, weltliche Meistergesänge derb-heiteren Inhalts, sogenannte „Reimpaarsprüche“ geschrieben, die erzählerische und dialogische Passagen zu szenischer Lebendigkeit verbinden, auch medizinische Traktate über den Branntweingenuss oder die allgegenwärtige Pestgefahr und schließlich Fastnachtsspiele, deren Aufführungen er in Gasthäusern und auf Straßen selbst organisierte. Recht drastisch lässt er hier auch eheliche Kontrahenten ihren Streit verbal wie handgreiflich austragen. Hierin ist er ein Vorbild für den jungen Hans Sachs, der später ehrfürchtig von Folz als einem „durchleuchtig Poet" spricht. Bereits in seiner Vaterstadt Worms wandte sich Folz der Kunst des Meistergesanges zu. Er forderte kurze Zeilen, exakte Reime und neuartige Reim- Paarungen. Nur der dürfe Meistersinger heißen, der nicht die Alten nachahme, sondern „neue Töne" Richard Wagner hat ihm in seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg'' ein musikalisches Denkmal gesetzt. Freilich ordnet Wagner seiner Folz-Figur den Beruf eines Kupferschmiedes zu, eine kleine Basspartie, meist im Terzett mit zwei anderen Meistersingern im Einsatz. Folzens schon zu seiner Zeit gerühmtes Werk ist der „Kargenspiegel“, ein höchst ernsthafter Dialog zwischen einem zufriedenem Reichen und einem bescheidenen Armen. Beide streiten darüber, wem wohl das ewige Leben gewisser sei. Der kluge Arme überzeugt am Ende den reichen Geizhals, den „Kargen“, dem er den Spiegel vorgehalten hat. Der nimmt ihn als Bruder in sein Haus, um ihn zu speisen und so seine eigene arme Seele speisen zu lassen. (Text: Rt. Federfux (39))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt