Reych Nr. 19

Dürrenmatt, Friedrich

Unbekannt ·D-F

Beschreibung

Dürrenmatt, Friedrich
Titel: Mississippi
Reych: Nr. 19 Turicensis (Zürich)
Geb.: 05.01.1921 in Konolfingen
Gest.: 14.12.1990 in Neuenburg

Volltext

schweizer Schriftsteller und Dramaturg Dürrenmatt, Sohn eines Berner Pfarrers, bezeichnete seine Schulzeit selbst als „die übelste Zeit meines Lebens“. Der Unterricht machte ihm keine Freude, ständig hatte er Probleme mit Lehrern und seinen Abschluss bestand er gerade so. Zunächst wollte Dürrenmatt Kunstmaler werden, entschied sich dann aber für ein Studium von Philosophie, Naturwissenschaften und Germanistik in Bern und Zürich. 1946 beschloss er, Schriftsteller zu werden, sein erstes Stück „Es steht geschrieben“ wurde 1947 in Zürich uraufgeführt. 1950 entstand sein Kriminalroman „Der Richter und sein Henker“ mit lokalen Bezügen zu seinem Wohnort Schernelz am Bielersee. Mit „Der Verdacht“ und „Das Versprechen“ (mit Jack Nicholson verfilmt) beendete er die Phase der Kriminalromane. „Das Versprechen“ ist für ihn ein „Requiem auf den Kriminalroman“. Auf sein „Es geschah am helllichten Tag“ basiert der bekannte Film mit Heinz In der Folgezeit schrieb Dürrenmatt verschiedene Hörspiele für den deutschen Rundfunk. Neben Romanen und Hörspielen verfasste Dürrenmatt Theaterstücke wie „Die Ehe des Herrn Mississippi“, „Der Besuch der alten Dame“ und „Die Physiker“, die weltweit erfolgreich aufgeführt wurden und Dürrenmatts Ruf als großen politischen Nachkriegsautor festigten, denn obwohl er die meisten Stücke als „Komödien“ bezeichnete, sind die politschen Allegorien unverkennbar. Seine gesellschaftskritischen Arbeiten, mit denen er immer wieder aktuellen Bezug aufnahm, führten dazu, dass Michael Gorbatschow ihn 1987 zur Friedenskonferenz nach Moskau einlud. Seine Reden wurden unter „Kants Hoffnung“ posthum veröffentlicht. Wie beim epischen Theater Brechts wollte er den Zuschauer aus der Passivität lösen und zum Nachdenken anregen, und wie Brecht benutzte Dürrenmatt hierfür das Stilmittel der Verfremdung, Anerkanntes wird hinterfragt, Widersprüche werden aufgezeigt und in grotesken Situationen überzeichnet, doch anders als Brecht sah Dürrenmatt keine Erfüllung in einer politischen Ideologie. Im Alter von 69 Jahren starb Dürrenmatt 1990 in Neuenburg. (Text: Rt. Koi (247))
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt