Reych Nr. 25

Paracelsus, Philipp Theophrast

Unbekannt ·P-R

Beschreibung

Paracelsus, Philipp Theophrast Dr. (auch Hohenheim)
Titel: Theophrastus Paracelsus
Reych: Nr. 25 Basilea (Basel)
Geb.: 11.11.1493 in Egg
Gest.: 24.09.1541 in Salzburg

Volltext

schweizer Arzt Zwei Jahre war der Arzt Wilhelm Bombastus von Hohenheim, der sich unweit des Klosters Einsiedeln niedergelassen hatte, verheiratet, als ihm ein Sohn, Philipp Theophrast geboren wurde. Der Vater nahm ihn schon sehr bald mit zu seinen Patienten und lehrte ihn die Pflanzen und ihre Heilkräfte kennen. Theophrast war gerade 10 Jahre alt, als der Vater die Einsiedeln-Gegend verließ, um seinen Beruf in Villach/Kärnten auszuüben. Die Jahre vergingen und es wurde Zeit sich auf eine Hochschule zu begeben, um sich auf den ärztlichen Beruf vorzubereiten. Er ging nach Ferrara und gab sich nach Erhalt des Doktorhutes den Namen Paracelsus. Er, der selbst in der Natur aufgewachsen ist und von klein an mit Kranken in Berührung gewesen ist. gab sich mit der hochgelehrten Kunst der Professoren nicht zufrieden und suchte die Heilkunst der Natur zu ergründen. Will einer viel Krankheiten kennen, so wandert er weit. Paracelsus begann seine Entdeckungsfahrt auf mühseligen Reisen nach England, Dänemark, Schweden, Russland, dem Balkan, Italien und Spanien und lernte dabei nicht nur Krankheiten kennen, sondern auch Heilmittel. Bauern, alte Weiblein, Handwerker, Scherer und Bader haben oft Kenntnisse aufzuweisen, von denen die gelehrten Professoren keine Ahnung hatten. Alle seine Erkenntnisse hielt er schriftlich fest. Er versuchte an mehreren Orten Fuß zu fassen, darunter auch in Straßburg, bis sich in Basel ein Hoffnungsstrahl erfüllte. Dort nämlich war der Buchdrucker Frobenius bei einem Unfall schwerverletzt und die Ärzte rieten zu einer Amputation eines Fußes. Zuvor wollte der Patient den Neuling um Rat fragen. Paracelsus behandelte ihn ohne Operation mit Erfolg, ebenso den im gleichen Hause wohnenden Erasmus von Rotterdam und so lag es nahe, dass der Rat der Stadt ihm die freigewordene Stadtarztstelle anbot, zugleich mit der Berechtigung an der Universität Vorlesungen zu halten. Er nahm im Frühjahr 1527 den Ruf an und begann sofort sein Reformprogramm in Angriff zu nehmen, das durch Flugblätter und Anschlag bekannt gemacht wurde. Die Medizinische Fakultät reagierte mit einem Verbot der Hörsaalbenutzung und drohte mit dem Entzug der Praxisausübung. Unbeirrt hielt der medizinische Revolutionär seine Vorlesungen in einem anderen Saal in deutscher Sprache, die bislang an der Universität als ungebildet galt. Es folgten Intrigen und nach zehn Monaten gab er auf und verließ zornig die Stadt. Er versuchte es 1528 in Colmar und in anderen Orten, aber es war nicht so leicht, wieder Fuß zu fassen. Als man ihm vorwirft, er gebe seinen Patienten Gift, antwortete er mit dem berühmt gewordenen Spruch: „Alle Dinge sind Gift, allein die Dosis macht es, dass ein Ding nicht Gift ist." Von 1531 - 1535 war Paracelsus in der Schweiz, eine Zeitlang in St. Gallen, beschrieb die Heilquellen in St. Moritz und Ragaz, ging nach Schwaben und Bayern, bevor ihn 1540 eine Einladung des Prinzen Ernst von Bayern nach Salzburg rief. Dort endete sein bewegtes Leben 1 Jahr später. (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt