Beschreibung
Claudius, Matthias (auch Asmus)
Titel: Abendlob der Wandsbeker Bote
Reych: Nr. 36 Hammonia (Hamburg)
Geb.: 15.08.1740 in Reinfeld
Gest.: 21.01.1815 in Hamburg
Volltext
deutscher Dichter und Schriftsteller „Kameralistik“, Staatswirtschaftskunde in Jena. Im Stile seines Vorbildes Gerstenberg schrieb er hier seine 1759 veröffentlichten „Tändeleien und Erzählungen". Nach Beendigung seines Studiums kehrte Claudius ins elterliche Pfarrhaus zurück, bevor er 1764 in Kopenhagen eine Sekretärstellung annahm. 1768 nahm er, in die Heimat zurückgekehrt, eine Stelle als Journalist bei den „Hamburger Adreß-Comtoir- Nachrichten" an. Er schrieb Gedichte, fingierte Briefe, Glossen und Theaterkritiken, Anekdoten und kritische Betrachtungen, zum Teil anonym oder unter einem Pseudonym. 1771 zog Matthias Claudius nach Wandsbek, einem damals dänischen Dorf bei Hamburg, der dortige Gutsherr hatte den Verleger Bode beauftragt, ein Journal zu verfassen. Bode, ein gebürtiger Holsteiner, der besten Kontakt zu den damaligen Geistesgrößen Klopstock, Herder, Lessing, Hamann, Voß und vielen anderen hatte, berief Matthias Claudius als Redakteur der viermal wöchentlich erscheinenden Zeitung „Wandsbeker Boten". Er schrieb über alles und über jedes, über Gott und die Welt und fand erfreulichen Anklang bei den Lesern. Als Claudius nach viereinhalb Jahren 1775 aus dem „Wandsbeker Boten" ausschied, war er so populär geworden, dass er es wagen konnte, von seiner Schriftstellerei zu leben. Zwischen 1775 und 1812 veröffentlichte er seine Werke in sieben Bänden unter dem Titel „Asmus omnia sua secum portans oder Sämtliche Werke des Wandsbeker Boten". Seine Lieder und Gedichte besingen die Natur, Heimat und Familie und das kleine Leben. In wenigen Worten versteht er es, vor uns eine Landschaft von bezauberndem Reiz erstehen zu lassen. Ein Kritiker schrieb über ihn: „man stößt bisweilen auf makabren Witz und eine kaum vermutete Schlitzohrigkeit, auf subtiles Verstehen bedeutender Werke und auf Zeugnisse einer Frömmigkeit und Hausvater-Sorge, deren Ernsthaftigkeit oder die väterliche Mahnung »An meinen Sohn Johannes« und das zum Volkslied gewordene »Der Mond ist aufgegangen*, ein Gedicht von makelloser Schönheit, das vielen vertraut ist, die sonst noch nie etwas von Matthias Claudius gehört oder gelesen haben". Sein Zeitgenosse Lavater nannte den Dichter ein „Genie des Herzens". (Text: N.N. / Das Blaue Buch)
Quelle: Mediathek Schlaraffia Arnstadt